https://www.faz.net/-gzg-958dx

RCDS : „Serie von Vorfällen“

Nach dem Einbruch der Jusos in das Büro des RCDS, klagt dieser über Anfeindungen von links. Bild: Lukas Kreibig

Nach einem Einbruch durch betrunkene Jusos in seine Büros: Der RCDS an der Goethe-Universität in Frankfurt klagt über Anfeindungen von links.

          2 Min.

          Der RCDS will die Strafanzeige wegen des Einbruchs in sein Büro im Bockenheimer Studierendenhaus nicht zurückziehen. Das sagte der stellvertretende Vorsitzende der Frankfurter Hochschulgruppe, Lukas Kugler. Wie berichtet, hatten zwei Mitglieder der Juso-Hochschulgruppe am 19. Dezember die Tür des Büros eingetreten und ein Regal in dem Raum umgeworfen. Der RCDS hatte Strafanzeige wegen Hausfriedensbruchs und Sachbeschädigung gestellt. Die Juso-Hochschulgruppe hatte das Verhalten ihrer beiden Mitglieder verurteilt und um Entschuldigung gebeten.

          Sascha Zoske

          Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

          Kugler will sich damit nicht zufriedengeben. Eine Rücknahme der Anzeige komme "nicht in Frage"; es sei Sache der Staatsanwaltschaft, wie sie mit dem Fall umgehe.

          Nach Kuglers Ansicht gehört der Einbruch in eine Reihe mit anderen Vorfällen, bei denen Mitglieder seiner Hochschulgruppe von linken Studentenvertretern beleidigt und bedroht worden seien. Erst vor kurzem sei ein RCDS-Vertreter des Studierendenhauses verwiesen und ein anderer von einer Sitzung des Studentenparlaments ausgeschlossen worden. Solche Anfeindungen gingen nicht nur von den Jusos, sondern etwa auch von der Grünen-Hochschulgruppe aus.

          F.A.Z.-Newsletter „Hauptwache“

          So beginnt der Tag in Frankfurt und Rhein-Main: das Wichtigste in Kürze, mit Hinweisen auf mobile Blitzer, Straßensperrungen, Gaststätten.

          Bitte beachten Sie unsere Datenschutzhinweise.

          Valentin Fuchs, Asta-Kommunikationsreferent und Mitglied der Grünen-Hochschulgruppe, wies darauf hin, dass sich auch der Asta-Vorstand von dem Einbruch in das RCDS-Büro distanziert habe. Im Übrigen vermische der RCDS Ereignisse, die nichts miteinander zu tun hätten. Die aus dem Studentenparlament gewiesene Person sei ein "Gast" des RCDS und Mitglied der Saarbrücker Burschenschaft Germania gewesen, einer Studentenverbindung, die Fuchs für undemokratisch hält.

          Die Junge Union (JU) Frankfurt forderte die Jusos auf, es nicht bei einer verbalen Distanzierung von dem Einbruch zu belassen. Einer der Täter sei Sprecher der Juso-Hochschulgruppen in Hessen und Mitarbeiter der SPD-Bundestagsabgeordneten Ulli Nissen. Der andere sei stellvertretender Sprecher der Frankfurter Jusos. Beide seien in diesen Funktionen nicht mehr tragbar, so der JU-Kreisvorsitzende Martin-Benedikt Schäfer.

          Nissen verurteilte das Verhalten ihres Mitarbeiters. Bezogen auf sein Arbeitsverhältnis als studentische Hilfskraft in ihrem Wahlkreisbüro erhalte der Betreffende eine Abmahnung, schrieb die Abgeordnete auf ihrer Facebook-Seite. „Ich erwarte von meiner Mitarbeiterschaft generell ein korrektes und faires Verhalten.“ Es sei aber gut, dass sich der junge Mann zu seinem „großen Fehler“ bekannt, sich direkt beim RCDS entschuldigt und dessen Büro mit aufgeräumt habe.

          Die hessischen Juso-Hochschulgruppen teilten auf ihrer Facebook-Seite mit, dass der Täter mit sofortiger Wirkung von seinem Amt als Landeskoordinator der Hochschulgruppen zurückgetreten sei. Er gebe auch alle damit verbundenen Positionen bei den Jusos ab. Die Juso-Hochschulgruppen bedauerten die Vorkommnisse „zutiefst“.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Eine Razzia in einer Shisha-Bar in Bochum

          Aussteigerprogramm : Raus aus dem Clan

          Nordrhein-Westfalen will den Ausstieg aus kriminellen Großfamilien erleichtern. Das Programm läuft gut an, doch die Erfahrungen lehren auch: Wer den Ausstieg wagt, wird meist brutal zurück gezwungen.
          Ein provisorisches Krankenhaus für die Corona-Infizierten in der Stadt Lleida.

          Corona- und Wirtschaftskrise : Spaniens Kampf ums Überleben

          Das südeuropäische Land muss wegen des heftigsten Corona-Ausbruchs seit der Öffnung neue Ausgangssperren verhängen. Und auch wirtschaftlich sieht es düster aus: Ministerpräsident Sánchez kämpft um die Kredite und Zuschüsse der EU.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.