https://www.faz.net/-gzg-ai40d

Zweifache Tötung : Stimmen im Kopf

Zeichen des Mitfühlens: Am Unfallort am Ziegelhüttenplatz in Frankfurt-Sachsenhausen wurden im Februar Blumen abgelegt und Kerzen aufgestellt. Bild: Wonge Bergmann

Zwei Männer sterben, als ein psychisch Kranker sie im Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen mit seinem Auto überfährt. Nun steht der Mann vor Gericht und die Beteiligten an den Grenzen des Erträglichen.

          6 Min.

          An vier Dinge, sagt der Mann, könne er sich noch erinnern. Von vier Augenblicken hat er noch Bilder im Kopf. Er sehe dann, wie er ein Auto überholt. Wie er auf den Tacho blicke und erkenne, dass er Tempo 100 fahre. Wie er, ganz knapp nur, einer abbiegenden Straßenbahn ausweiche. Und schließlich: wie sein kaputtes Auto nach dem Unfall auf dem Dach liegt.

          Alexander Jürgs
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Alles andere aber, was an diesem Samstag im Februar, gegen 14.30 Uhr, in der Mörfelder Landstraße in Frankfurt-Sachsenhausen passiert ist, daran kann der Mann sich von sich aus nicht mehr erinnern. „Wie ein Filmriss“ sei es damals gewesen, sagt er. Was er von den Details des Unfalls kennt, haben ihm andere erzählt. Oder er weiß es aus den Akten.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          Russische Soldaten nehmen an Übungen auf dem Schießplatz Kadamowskii in Rostow am Don teil.

          Krise mit Russland : Nach der Ukraine ist Europa dran

          Putin will nicht nur die Ukraine. Er will Hegemonie über ganz Europa. Die EU muss deshalb über eine eigene Abschreckung reden. Frankreich hat die Debatte eröffnet.
          Italienische Polizisten auf dem Mailänder Domplatz an Silvester

          Übergriffe vor Mailänder Dom : Keiner half den Frauen

          In Italien begrapschen Horden junger arabischstämmiger Männer Frauen. Sicherheitsleute schauen tatenlos zu. Politiker und Medien brauchen Tage, bis sie das Problem beim Namen nennen.