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Rapper Haftbefehl : „Vercheck das Kokain“

  • -Aktualisiert am

Hat eine unterschwellige Antwort auf die Razzien im Bahnhofsviertel: Rapper Haftbefel Bild: dpa

Der Offenbacher Rapper Haftbefehl hat eine ganz eigene Antwort auf die Razzien im Frankfurter Bahnhofsviertel. Wie er seine Botschaft präsentiert, ist aber auch Teil seines Geschäftsmodells.

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          Als Jan Böhmermann Ende November mit seiner Parodie „Polizistensohn“ Deutschlands Gangster-Rapper und ihre oftmals artikulierte, nennen wir es, Geringschätzung der Polizei aufs Korn nahm, landete der Fernseh-Satiriker damit einen Internet-Hit. Doch nicht jeder amüsierte sich gleichermaßen über die provokante Persiflage. Der Offenbacher Rapper Haftbefehl, von dessen Gestus und an Artikeln armen Duktus sich Böhmermann inspirieren ließ („Brichst du Gesetz, bricht dir Polizei die Beine“), veröffentlichte nur wenige Tage später als Antwort das Stück „CopKKKilla“ - ja, mit drei K - samt Video. Wie der Titel schon vermuten lässt, kommen die Staatsbediensteten darin ganz und gar nicht gut weg und müssen sich Beleidigungen gefallen lassen, die an dieser Stelle unzitiert bleiben.

          Auch auf die Polizeirazzien im Frankfurter Bahnhofsviertel hat Haftbefehl nun eine Antwort parat. Zufall oder nicht, nur einen Tag nach den Durchsuchungen am Dienstag und Mittwoch, bei denen die Beamten ein paar Waffen, Drogen und Geldscheine fanden, stellte Haftbefehl ein Video zu seinem neuesten Werk „069“ ins Netz. Das nach der Telefonvorwahl von Frankfurt und Offenbach benannte Stück ist vor allem eine Hommage an das Bahnhofsviertel, so wie Haftbefehl und seine Konsorten es sehen: der härteste Ort der Stadt, geprägt von Rotlicht, Gewalt, dicken Autos und Drogen. Und daran, so die unterschwellige Botschaft, wird auch die Polizei nichts ändern. Wie zum Beweis verbrennt jemand in einer Szene eine Neonweste mit dem Schriftzug der Polizei.

          Nicht so erfolgreich wie Böhmermann

          Haftbefehl, der mit bürgerlichem Namen Aykut Anhan heißt, nimmt in gewohnter Manier kein Blatt vor den großen Mund. „Kauf es, streck es, wasch es, press es, pack es ab, vercheck das Kokain“, rappt der frühere Drogenhändler über die Geschäfte, die am Hauptbahnhof abgewickelt werden. Viele Videosequenzen sind in der Taunusstraße entstanden: „Hafti“ steht dort mit seinen Kumpels vor einem Striplokal, eine nackte Tänzerin räkelt sich in dem düsteren Schuppen an einer Stange. Auch Drogenkonsum und Gewalt werden in derben Worten und noch derberen Bildern, nun ja, dargestellt. Das alles gehört schließlich zum Geschäftsmodell des erfolgreichen Rappers mit dem Halbwelt-Image.

          Gangster rappt: Haftbefehl steht in seinem Video vor einem Nachtclub an der Frankfurter Taunusstraße.
          Gangster rappt: Haftbefehl steht in seinem Video vor einem Nachtclub an der Frankfurter Taunusstraße. : Bild: Screenshot Youtube

          So erfolgreich wie Jan Böhmermann wird Haftbefehl mit „069“ allerdings nicht mehr werden. Schon „CopKKKilla“ hatte es nicht ansatzweise auf die erstaunlichen Klickzahlen des ZDF-Comedians gebracht. Das Video, in dem Böhmermann stilecht in Gangster-Pose mit Sonnenbrille, Kapuze und Collegejacke zu sehen ist, erhielt bis heute mehr als 9,5 Millionen Aufrufe auf Youtube. Haftbefehls aktuelles Stück wurde bis gestern Abend gut 365 000 Mal angeschaut. Wie viele Klicks auf Polizisten zurückgehen, ist nicht bekannt. Die für Haftbefehls Verhältnisse schwachen Zahlen rühren auch daher, dass Youtube das Filmchen wegen der brutalen Bilder nicht für jeden freigibt. Das Video sei für manche Nutzer womöglich unangemessen, steht dort zu lesen. Aber eigentlich passt ja auch das ganz gut ins Geschäftsmodell.

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