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„Wir wollen keine Rambos“ : So geht Zivilcourage

  • -Aktualisiert am

Hinweis am Bahnsteig: Mit Aufklebern wollen VGF, Präventionsrat und Polizei für mehr Wachsamkeit und Zivilcourage sorgen. Bild: Marcus Kaufhold

Ein Täter, ein Opfer. Und niemand, der hilft. So sollte das nicht sein. Doch wie hilft man richtig? Ein Wegweiser für mehr Zivilcourage.

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          Es sind Geschichten wie diese, die in fast jedem Kurs zur Zivilcourage berichtet werden. Mal spielen sie im Regionalexpress, mal in einer S-Bahn. Eine Frau und ein Mann, die der Zufall an diesem Tag zusammengeführt hat, kommen ins Gespräch. Plötzlich legt der Fremde eine Hand auf ihr Knie. Die Frau fühlt sich sichtlich unwohl. Die anderen Fahrgäste tun so, als sähen sie nichts. Warum hilft niemand? Warum greift keiner der anderen Fahrgäste ein? Fragt man später die Umstehenden, sind die Begründungen oft die gleichen: „Ich will nicht selbst in Gefahr geraten“ oder „Ich wusste nicht, wie“.

          Tatsächlich ist es nicht einfach, zu wissen, wie man in einer solchen Situation richtig reagiert. Zivilcourage ist inzwischen ein so gängiger Begriff – aber auch einer, der leichtfertig verwendet wird. Im Alltag ist Zivilcourage im Sinne von „in brenzligen Situationen helfen“ gar nicht so einfach. Das weiß auch Klaus-Dieter Strittmatter, Geschäftsführer des Frankfurter Präventionsrats. Das Gremium hat 1997 eine der bundesweit erfolgreichsten Programme für Zivilcourage ins Leben gerufen, unter dem Namen „Gewalt Sehen Helfen“. In Seminaren können Bürger lernen, wo Gewalt anfängt und wie sie anderen helfen können, sich dabei aber selbst schützen. Dabei gehe es jedoch nicht um Selbstverteidigung, sagt Klaus-Dieter Strittmatter. Sondern vielmehr darum, „ein Bauchgefühl für bedrohliche Situationen zu entwickeln und Grundprinzipien verstanden zu haben, wie man helfen kann, ohne sich selbst zu gefährden“.

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