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Fahrradwege in Mainz : Auf einer Achse durch die City

Verbesserungswürdig: Viele Radfahrer wünschen sich attraktivere Fahrradwege. Bild: dpa

Lücken und Schwächen im Radwegenetz beschäftigen den Mainzer Stadtrat. Konkret soll den Fahrradfahren ein besonders viel geäußerter Wunsch erfüllt werden.

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          Passend zum sonnigen Frühlingswetter will sich der Mainzer Stadtrat bei seiner Zusammenkunft am Mittwoch gleich mehrfach mit dem Thema „Fahrradfahren“ beschäftigen. So steht etwa die Frage nach einer neu zu schaffenden Fahrradachse durch die Stadt im Raum, die „als intuitive, leicht erreichbare, sichere und erkennbare Verbindung“ möglichst von der Alicenbrücke am Hauptbahnhof durch das Bleichenviertel zum Rhein führen sollte, wie es in einem gemeinsamen Antrag der Ampelkoalition heißt.

          Markus Schug

          Korrespondent Rhein-Main-Süd.

          Fahrradstraßen in der Innenstadt sowie ins Umland führende Korridore gehören etwa in Offenbach schon länger zum Mobilitätskonzept. Auch in Mainz wurde darüber zum Beispiel im Oberbürgermeisterwahlkampf 2019 intensiv diskutiert. Später flossen einige dieser Ideen denn auch in den Koalitionsvertrag von Grünen, SPD und FDP mit ein. Schließlich werden laut einer aktuellen Verkehrsbefragung in der Stadt mittlerweile fast 25 Prozent aller Wege mit dem Fahrrad zurückgelegt, so die Argumentation der drei Fraktionsvorsitzenden Sylvia Köbler-Gross (Die Grünen), Alexandra Gill-Gers (SPD) und David Dietz (FDP).

          „Attraktive und sicher befahrbare Route“ anbieten

          Konkret gehe es jetzt darum, den von vielen Radfahrern geäußerten Wunsch zu erfüllen, „eine attraktive, leicht zu erreichende und sicher befahrbare Route“ anzubieten, die von der Alicenbrücke aus zum einen bis in die Neustadt sowie zum anderen bis an den Rhein führe.

          Wobei die Koalition nicht vergaß, in ihrem gemeinsamen Fahrradachsen-Antrag auf das Erreichte zu verweisen: Etliche Radrouten seien schon ausgebaut, zudem breite Fahrradstreifen eingerichtet und die wichtige Verbindung von der Gärtnergasse zum Bahnhofsvorplatz hergestellt worden. Noch dazu befinde man sich beim Bau des knapp 2,4 Millionen Euro teuren Fahrradparkhauses am Bahnhof West, das über rund 1000 Stellplätze verfügen soll, ebenfalls in einem fortgeschrittenen Stadium.

          Problemzone Hauptbahnhof

          Gerade rund um den Hauptbahnhof müsste nach Ansicht der kleinen Fraktion Piraten & Volt aber noch einiges passieren, um das Durcheinander von Fußgängern, Radfahrern, Bussen und Bahnen aufzulösen. „Um beispielsweise von der Neustadt aus zur Binger Straße zu gelangen, ist der oftmals mit Menschenmengen gefüllte Bahnhofsvorplatz diagonal zu überqueren“, lautet einer der Kritikpunkte, die in dem von ihnen vorgelegten Antrag „Vervollständigung und Ausbau des Radwegenetzes“ geäußert werden. Von einer „enormen Zumutung“ spricht etwa Maurice Conrad, der an der Erstellung des Grundsatzentwurfs von Volt und Piraten beteiligt war. Die Ampelschaltung an der Kreuzung von Saarstraße und Albert-Schweitzer-Straße, also unmittelbar am Eingang zur Universität, sei einer der größten „Zeitfresser“ in der Stadt: was sich durch Änderungen der Grünphasen und der Abbiegeregeln durchaus ändern ließe.

          Und die vor Jahren versprochenen Rampen an der Kaiserbrücke auf der Ingelheimer Aue, durch die sich die Strecke von Mainz nach Wiesbaden für Radfahrer um zwei Kilometer verkürzen ließe, fehlten allen Ankündigungen zum Trotz noch immer, so die Beschwerde der Antragsteller. Sie sprechen sich zudem für eine rasche Lösung auf der Kaiserstraße aus: Dort sollte ihrer Auffassung nach auf dem Abschnitt zwischen Neubrunnen- und Bauhofstraße in beiden Richtungen jeweils eine der drei vorhandenen Fahrstreifen in eine separate Radspur verwandelt werden.

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