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Hollandrad : Ewig elegante Gazelle

Klassiker: Das „Tour Populair“ von Gazelle kostet stolze 900 Euro. Bild: Gellert

Der Hype ist groß ums Fahrradfahren in Rhein-Main. Und eines sollte jeder haben: Ein Hollandrad von Gazelle. Mit diesem edlen Rappen lässt sich sogar durch den Taunus galoppieren.

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          Jeder gebürtige Münsteraner registriert den Hype um das Fahrradfahren im Rhein-Main-Gebiet mit einer Mischung aus Heiterkeit und Langeweile. Auf einmal findet jeder, der Ahnung hat oder auch nicht, Räder und Radfahren spannend. Dabei haben die meisten Leute noch nicht ein einziges Mal in ihrem Leben eine echte Radtour über Hunderte Kilometer gemacht. Warum sie trotzdem am besten wissen wollen, welches Modell das einzig wahre ist, bleibt daher rätselhaft. Der Hype um die schlichte Münsteraner Selbstverständlichkeit, wonach das Glück der Welt in einem Fahrradsattel zu finden ist, macht es zu einem tiefsitzenden Bedürfnis, über die einzige Leeze (wie wir Münsteraner sagen) zu schreiben, ohne die ein Leben zwar möglich, aber sinnlos ist: das Hollandrad.

          Tobias Rösmann

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Dass ein E-Bike kein richtiges Fahrrad ist, muss nicht eigens erwähnt werden. Wenn uns ein solches Vehikel entgegen kommt, warnen wir uns im Chor mit dem Ruf: „Achtung, Moped!“ Und dass 21-Gänge-Kettenschaltungen an Mountainbikes und anderen Sonderlichkeiten nur etwas für Menschen mit schwacher Muskulatur sind, erklärt sich von selbst: Wer stark genug ist, trägt eine Last ja auch ohne Seilwinde in den dritten Stock. Satisfaktionsfähig sind bloß Rennräder. Hollandrad-Fans brauchen sie, um hin und wieder etwas schneller durch die Gegend zu rasen, als es mit einem 20 Kilo schweren Stahlesel möglich ist.

          Edler Rappe

          Unser Herz verloren haben wir schon vor Jahren an eine Gazelle zum Preis von rund 900 Euro. Weshalb die Rubrik diesmal ausnahmsweise „Das sollte jeder haben“ heißen müsste – und nicht „Das will ich haben“. Unser Modell heißt „Impala“, doch exakt dieses führt Gazelle nicht mehr, das „Tour Populair“ kommt ihm allerdings sehr nah. Das elegante Schwarz des Rahmens lässt sich wunderbar mit einem sanften Braunton für Griffe und Sattel kombinieren. Hinzu kommen zart beigefarbene Banden. Und dank einer Siebengang-Nabenschaltung lässt sich mit diesem edlen Rappen sogar durch den Taunus galoppieren – wenngleich eher nicht hinauf zum Feldberggipfel. Aber dafür gilt: siehe Rennrad.

          Während der im Alter von zwei Jahren begonnenen und somit gut vier Jahrzehnte dauernden Radlerkarriere rauschten wir schon auf Modellen von Sparta und Batavus durchs Leben. Auch schön. Doch immer wieder landeten wir auf einer echten Gazelle. Bei dieser Verbindung soll es ewig bleiben.

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