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Initiative plant Wohnprojekt : Die Aussteigerträume der „Querdenker“

Unter Gleichgesinnten: Protestmarsch von Gegnern der Impfpflicht im Januar in Wetzlar Bild: Frank Röth

Anhänger der „Querdenker“-Szene in Mittelhessen träumen von einem Leben in Autarkie. Auf einem früherem Gelände der Bundeswehr wollen sie ein eigenes Wohnprojekt umsetzen. Wie gefährlich sind solche Aussteigersehnsüchte?

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          Eine Sauna soll es geben, ein Fitnessstudio, eine Käserei, einen Hofladen, ein Café. Eine eigene Währung soll dort eingeführt werden, Kinder sollen auf dem Gelände mitten in der Natur „wieder Kinder sein dürfen“. Auch für „freies Lernen“ soll Raum sein. Und für Gesundheitsvorsorge. Aber, das ist Gudrun wichtig, „weg von der normalen Schulmedizin“. Eine Parallelwelt ist es, von der sie träumen, ein Stück Autarkie, eine Alternative für „Leute, die einen Schritt weiter sind, die so sind wie wir“. Heiko erklärt es dem Moderator des über Youtube verbreiteten Videos: „Das ganze Gelände ist eingezäunt. Und ich sag immer so schön: Wenn das auf der Welt ganz komisch wird, dann machen wir das Tor zu. Und auf unserer Seite ist dann die gute Seite.“

          Alexander Jürgs
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die gute Seite der Welt: Im Lahn-Dill-Kreis in Mittelhessen wollten Anhänger der „Querdenker“-Bewegung und Mitglieder der in der Szene beliebten Kleinpartei „Die Basis“ sie für sich erschaffen. Ein Wohnprojekt, mit dem sie sich von der Gesellschaft abkapseln, in dem sie nicht mehr von Corona-Regeln drangsaliert werden können, ein Aussteigerdorf mit Tiny-Häuser-Siedlung und Zeltplatz, 40.000 Quadratmeter groß. Eine eigene Genossenschaft haben sie dafür unter dem Motto „Gemeinsam gesund leben und wirtschaften“ initiiert. Etwa 100 Interessierte für das Projekt soll es geben.

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