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„Querdenker“ in Frankfurt : Fotojournalisten bei der Arbeit bedrängt

Bild: F.A.Z., Maximilian von Lachner

Ein Arzt spricht bei einem „Querdenken“-Treffen in Frankfurt. Fotojournalisten fordert er auf, das Fotografieren sein zu lassen. Wie schwach der für die F.A.Z. tätige Fotograf von den Ordnern geschützt wurde, zeigt das uns vorliegende Video.

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          Walter Weber, Arzt aus Hamburg und einer der Initiatoren des Bündnisses „Ärzte für Aufklärung“, will auf der jüngsten „Querdenken“-Demonstration nicht fotografiert werden. „Gehen Sie weg“, ruft er dem Pressefotografen zu, der vor dem Lastwagen, auf dessen Ladefläche er seine Rede hält, Position bezogen hat. „Haben Sie gefragt, ob Sie mich fotografieren dürfen?“, blafft der Arzt den Mann an. Wenig später passiert dem freien Fotojournalisten, der für die F.A.Z. am Ort ist und der ebenfalls einen Mund-Nase-Schutz trägt, das Gleiche. Auch von ihm verlangt Weber lautstark, dass er mit dem Fotografieren aufhört und die Maske ablegt. Von den Menschen, die auf der Wiese stehen, erntet der Hamburger Arzt dafür Applaus, die Menge klatscht und jubelt ihm zu. Im Recht ist Weber deshalb trotzdem nicht: Auf öffentlichen Demonstrationen dürfen Journalisten ohne Einschränkungen fotografieren.“

          So hat unser Kollege von der entsprechenden Demonstration berichtet. Inzwischen gibt es zu unserem Bericht und unserem Kommentar eine Reaktion von den Querdenkern in Frankfurt: „Bitte bleiben Sie doch bei der Wahrheit. Wir haben zu keinem Zeitpunkt Masken auf unserer Veranstaltung verboten. Dr. Webers persönliche Meinung habe ich wenige Sekunden später relativiert und klargestellt, dass jeder – mit und ohne MNB – bei uns willkommen ist. Es erschüttert mich zutiefst, wie tendenziös Sie über unsere Demonstration berichten. Kein einziger unserer realen Inhalte hat es in Ihren Artikel geschafft. Nennt man das Journalismus im Jahre 2020? Mit freundlichen Grüßen, Das Querdenken Frankfurt Team“, schreibt eine „Malin S.“ auf ihrem Twitterkanal – und ignoriert, dass Bericht und Kommentar zu dem Thema sehr wohl gemeinsam ihren Weg in Zeitung und Internet geschafft haben.

          Aber nicht nur das: In welcher Atmosphäre unser Fotograf, trotz der Einlassungen von „Malin S.“ seiner Arbeit nachgehen musste und wie schwach er von den durchaus anwesenden Ordnern geschützt wurde, zeigt das uns vorliegende Video. Es spricht für sich.

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