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Quellenpark Bad Vilbel : Absage der Chinesen „Chance für die Region“

Baugebiet Quellenpark Bild: F.A.Z.

Im Quellenpark in Bad Vilbel wird nach der Absage chinesischer Investoren ein Neubaugebiet frei, das „schnell“ 3000 bis 4000 Neubürgern ein neues Zuhause bieten kann.

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          Für Rüdiger Wiechers ist die endgültige Absage der Chinesen, in den größten Teil des Baugebiets Quellenpark in Bad Vilbel investieren zu wollen, nicht überraschend gekommen. Nach Ansicht des für Wirtschaft und Stadtentwicklung zuständigen ehrenamtlichen CDU-Stadtrats müssen die Stadt Bad Vilbel und die Region Rhein-Main das Aus des Millionenprojekts als „Chance“ sehen. Denn nun seien rund 20 Hektar Fläche wieder frei, auf denen Wohnungen sowie Reihen- und Einfamilienhäuser für 3000 bis 4000 Bürger gebaut werden könnten. Das seien Wohnungen und Häuser, „die derzeit in Bad Vilbel und in der Region dringend benötigt werden“, sagte Wiechers auf Anfrage.

          Mechthild Harting

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die jetzt frei gewordene Fläche ist eines der größten Wohnbau-Entwicklungsgebiete, die es im Rhein-Main-Gebiet derzeit gibt. „Und sie liegt so zentral“, sagt Wiechers: Sie sei nicht einmal zehn Kilometer vom Frankfurter Römer entfernt, also im Zentrum der Metropolregion. Vor allem, so Wiechers, gebe es kaum ein Areal, das „so weit gediehen“ sei: Die Stadt hat den Bebauungsplan bereits beschlossen, und das Baugebiet ist über Straßen, die Bundesstraße 3 und die Nordumgehung Bad Vilbel, angebunden. Der vorhandene S-Bahn-Anschluss, Bahnhof Bad Vilbel, und die Tatsache, dass das Neubaugebiet unmittelbar an die Kernstadt anschließt, hatte schon vor Jahrzehnten die Regionalplaner überzeugt, dass die Fläche ideal als Wohngebiet sei. Seit 1999 sind im Flächennutzungsplan der Region 19 Hektar für Wohnen und 45 Hektar für Gewerbe im Quellenpark vorgesehen, dazwischen ist ein Park geplant, der dem Baugebiet den Namen gegeben hat.

          Bien-Zenker baut schon

          Wiechers hat im südlichen Teil des Neubaugebiets bereits in diesem Jahr damit begonnen, von der Bien-Zenker AG ein gutes Dutzend Plus-Energie-Doppelhäuser bauen zu lassen, nach seinen Angaben die ersten im Rhein-Main-Gebiet. Parallel entsteht ebenfalls im Süden des Areals derzeit ein kleineres Einkaufszentrum für die Nahversorgung der erwarteten Neubürger. Wiechers ist stolz auf diese ersten Schritte der Bebauung, die die Stadt Bad Vilbel auch dadurch unterstützt hat, dass sie eine Unterführung unter der S-Bahn für rund sechs Millionen Euro vorfinanziert hat. Sonst kämen die Bewohner gar nicht an die S-Bahn heran, sagt Wiechers.

          In der heutigen Magistratssitzung will der Stadtrat die nächsten Schritte für die Wohnbebauung besprechen. „Wir brauchen eine städtebaulich attraktive Lösung“, sagt Wiechers, der seinerzeit als Vorstand der Dresdner Bausparkasse an der Bebauung des Ende der neunziger Jahre begonnenen großen Bad Vilbeler Neubaugebiets Dortelweil-West mitgewirkt hatte. Dort habe man eine „schöne Mischung von Geschosswohnungsbau und Reihenhäusern hinbekommen“.

          Im Quellenpark kann sich Wiechers zur S-Bahn hin drei- bis viergeschossige Häuser vorstellen, es müsse aber auch Stadtvillen und gehobenes Wohnen in dem Neubaugebiet geben. Hatte in „Dortelweil-West“ die Wohnbebauung den größten Teil ausgemacht, rund 80 Prozent, so hofft Wiechers, dass im Quellenpark insgesamt zur Hälfte Arbeitsplätze und zur anderen Wohnungen geschaffen werden können.

          Außergewöhnliche Baulandreserve

          Aufgabe der Stadt sei es jetzt, Investoren zu finden, die der Stadt Bad Vilbel „gute Vorschläge“ machten, wie diese außergewöhnliche Baulandreserve gut und anspruchsvoll genutzt werden könne. Der erste Schritt sei die richtige Preisfindung, um dann auf den Markt gehen zu können.

          Wiechers geht davon aus, dass er nördlich der Umgehungsstraße eines Tages eine Niederlassung des Einrichtungshauses Segmüller eröffnen kann. Auch Segmüller will dies und soll dieser Tage die erste Tranche für das Grundstück bezahlt haben. Doch die Region lehnt das Vorhaben vehement ab, da der Möbelmarkt auch auf einer großen Verkaufsfläche Haushaltswaren, Lampen und Teppiche verkaufen will. Waren, die nach Ansicht der Mehrheit der Regionalpolitiker den Einzelhandel in den benachbarten Innenstädten beeinträchtigen würden. Wiechers nimmt diese Diskussion zur Kenntnis. Für ihn ist und bleibt der Quellenpark eine „zentrale Entwicklungsmaßnahme“ Bad Vilbels und der Region.

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