https://www.faz.net/-gzg-9yfhk

Quellen kritisch einordnen : Studenten scheitern bei Netz-Recherche

Netz-Recherche: Nur wenige Studierende zogen wissenschaftliche Quellen zu Rate (Symbolbild). Bild: dpa

Besonders unter Zeitdruck fällt es den Studierenden schwer, Informationsquellen richtig einzuschätzen. Das haben Forscher der Universitäten Frankfurt und Mainz herausgefunden. Nicht bei allen Internetangeboten besteht das Problem.

          1 Min.

          Viele Studenten schätzen die Seriosität von Informationsquellen im Internet falsch ein – vor allem dann, wenn sie unter Zeitdruck recherchieren müssen. Das zeigt eine Studie von Forschern der Universitäten Frankfurt und Mainz. Die Wissenschaftler haben 160 Hochschüler – überwiegend angehende Mediziner und Wirtschaftswissenschaftler – einen Test absolvieren lassen, der sich am „Civic Online Reasoning Assessment“ der Universität Stanford orientiert. Die Probanden mussten innerhalb von zehn Minuten kurze Aufgaben lösen und durften dazu frei im Internet recherchieren. Der Verlauf der Suchen wurde aufgezeichnet.

          Auf einer Skala von null bis zwei Punkten, mit der die Qualität von Antworten und Recherchen bewertet wurde, erreichten die Teilnehmer je Aufgabe im Mittel nur einen Wert von 0,75; die Spannweite reichte von 0,5 bis 1,38. „Der Großteil der Studierenden zog überhaupt keine wissenschaftlichen Quellen zu Rate“, stellte die Mainzer Wirtschaftspädagogin Olga Zlatkin-Troitschanskaia fest.

          Über eine Zeitspanne von zwei Jahren hinweg hat sich am Urteilsvermögen der Probanden kaum etwas geändert; Studenten in höheren Semestern schneiden etwas besser ab. „Wie andere Studien zeigen, können Studierende die Zuverlässigkeit bekannter Medienportale und Internetangebote sehr wohl angemessen einschätzen“, sagt Zlatkin-Troitschanskaia. Sie müssten daher lernen, auch neue Quellen kritisch einzuordnen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Präsident Wladimir Putin nimmt am Freitag von seiner Residenz Nowo-Ogarjowo aus an einer Kabinettssitzung teil.

          Proteste in Belarus : Droht eine Intervention Moskaus?

          Für den Kreml ist die Lage in Belarus ambivalent – das zeigen auch die Reaktionen aus Moskau. Die große Frage ist, was Putin macht, wenn Lukaschenka ernstlich gefährdet ist.
          Ermittlungen: Apotheker und Ärzte werfen dem Angeklagten vor, Verfahren gegen sie aufgebläht zu haben (Symbolbild).

          Frankfurter Korruptionsaffäre : Mediziner erheben schwere Vorwürfe

          In der Korruptionsaffäre um einen Frankfurter Oberstaatsanwalt sollen Ermittlungen nur geführt worden sein, um Geld zu generieren. Das könnte sich noch zu einem weitaus größeren Skandal auswachsen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.