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Puccinis „Triptychon“ im Stream : Im Dreischritt zum Paradies

Kreuz, Kräuter, Knabe: Als „Suor Angelica“ entfaltet Olesya Golovneva große dramatische Kraft in einer Inszenierung, die Rätsel aufgibt. Bild: Karl und Monika Forster

Aus der Eröffnungspremiere der Maifestspiele ist die erste Streaming-Oper am Staatstheater Wiesbaden geworden: Puccinis „Triptychon“ ist eine kurzweilige Produktion, die allen Widrigkeiten trotzt.

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          Puccinis „Triptychon“ als Dreischritt von der Hölle durchs Fegefeuer zum Paradies zu begreifen, liegt nahe. Der Komponist schätzte schließlich die „Göttliche Komödie“ hoch und plante lange Zeit, drei aufeinander abgestimmte Kurzopern mit Episoden aus Dantes „Inferno“, „Purgatorio“ und „Paradiso“ zu gestalten. Zwar entsprang letztlich nur „Gianni Schicchi“, das komödiantische Finale des als „Il trittico“ 1918 in New York uraufgeführten Dreierpacks, dem berühmten Versepos. Doch ist die Gegenüberstellung der verschiedenen Genres ganz klar: „Der Mantel“ („Il tabarro“) ist eine dunkle Eifersuchtstragödie, „Schwester Angelica“ („Suor Angelica“) ein sentimentales, mit dem christlichen Erlösungsgedanken endendes Melodram und die Geschichte um gierige Erben und ein Schlitzohr der heitere, wenn auch vom Gesellschaftsbild her nicht wirklich paradiesische Abschluss.

          Guido Holze
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Der Wiesbadener Intendant Uwe Eric Laufenberg ist in seiner Inszenierung, die als Eröffnungspremiere der Internationalen Maifestspiele im Staatstheater Wiesbaden geplant war, am 1. Mai ohne Publikum aufgezeichnet, in Windeseile als Video geschnitten und nun zur Online-Premiere gebracht wurde, jedenfalls einen gut geebneten Weg gegangen. Er stattet ihn zudem mit dicken Hinweisschildern aus, indem zu Beginn jedes Einakters die Station der gedachten Heilsgeschichte per Einblendung und mit einem passenden Vers bezeichnet wird. Insgesamt hält sich Laufenberg so in seiner auf Sicherheitsabstände verzichtenden, also von der Personenführung her uneingeschränkten Inszenierung an das Vorgegebene – ohne besondere Zutat und ohne Bezüge zwischen den Stücken zu konstruieren.

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