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Kritik an Flüchtlingsgesetz : 18 Monate quälendes Warten

Flüchtlingsfamilien mit kleinen Kindern müssen nicht lange in einer Erstaufnahmeeinrichtung bleiben, viele andere schon. (Symbolbild) Bild: dpa

Viele Flüchtlinge haben psychische Erkrankungen und leiden, wenn sie lange in Asyl-Unterkünften leben müssen. Eine Gesetzesänderung hat aber genau das zur Folge.

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          Die Perspektivlosigkeit lähmt. Das Gestern noch so nah, das Morgen so weit weg, im Heute noch nicht angekommen. 65 Prozent der in Hessen lebenden Flüchtlinge leiden nach einer Studie des Frankfurter Sigmund-Freud-Instituts an Symptomen einer Depression. „Diese Perspektivlosigkeit sollte man nicht unterschätzen. Die Menschen drehen sich mit ihren Gedanken oft im Kreis“, sagt der Leiter des Instituts, Patrick Meurs. 60 Prozent hätten zudem mit Angststörungen zu kämpfen, 40 Prozent mit den Folgen eines Traumas, oftmals ausgelöst durch Verlusterfahrungen.

          Marie Lisa Kehler

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen, um einen Asylantrag zu stellen, erhalten zunächst Unterkunft und Verpflegung in den Erstaufnahmeeinrichtungen. In Hessen werden sie zusätzlich vom Zeitpunkt ihrer Ankunft an durch Mitarbeiter Psychosozialer Zentren betreut. So sollen die Asylsuchenden frühstmöglich einen Ansprechpartner zur Seite gestellt bekommen. Zusätzlich soll die Hemmschwelle gesenkt werden, sich auch zu einem späteren Zeitpunkt psychologische Unterstützung zu suchen. Durch therapeutische Angebote wie etwa Einzel- oder Gruppengespräche sollen die Flüchtlinge laut Meurs sowohl während ihrer Zeit in der Einrichtung als auch später, wenn sie sich ihr neues Leben aufzubauen versuchen, begleitet werden.

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