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Dannenröder Forst : Prozessbeginn gegen A49-Aktivistin mit unbekannter Identität

  • Aktualisiert am

Proteste gegen den Prozess: Mit einem Plakat fordern Umweltaktivisten vor dem Landgericht die Freilassung der angeklagten Frau, die ihren Namen nicht nennen will. Bild: dpa

Am Dienstag hat der Prozess gegen eine Aktivistin aus dem Dannenröder Forst begonnen, die einen Polizisten gegen den Kopf getreten haben soll. Der Auftakt wurde von Protesten von Umwelt- und Klimaschützern begleitet.

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          Rund ein halbes Jahr nach den Protesten gegen den Weiterbau der Autobahn 49 im Dannenröder Forst in Mittelhessen hat am Dienstag der Prozess gegen eine Frau vor dem Amtsgericht Alsfeld begonnen. Sie soll in einem Protest-Camp auf einer Seiltraverse in rund 15 Metern Höhe einen Polizisten gegen den Kopf getreten haben. Einem weiteren Beamten soll die Frau ihr Knie ins Gesicht gestoßen haben. Die Identität der Frau ist unbekannt. Ihr werden unter anderem tätlicher Angriff auf Vollstreckungsbeamte und gefährliche Körperverletzung zur Last gelegt. Es ist der erste größere Strafprozess rund um die Proteste gegen das Verkehrsprojekt.

          Der Auftakt wurde begleitet von Protesten von Umwelt- und Klimaschützern. Vor dem Gerichtsgebäude harrten sie mit Transparenten mit Aufschriften wie „Klimaschutz ist kein Verbrechen! Ihr seid die Verbrecher“ aus und skandierten „Freiheit für Ella“. Die Polizei sprach von rund 40 Teilnehmern bei der Demonstration.

          „Erhebliche Zweifel an der Vertrauenswürdigkeit“

          Verteidigt wird die Angeklagte von dem Rechtsanwalt Tronje Döhmer. Ursprünglich hatten zwei weitere Wahlverteidiger an dem Prozess teilnehmen wollen, darunter der bekannte Umweltaktivist Jörg Bergstedt. Sie waren aber abgelehnt worden. Beschwerden dagegen lehnte der Vorsitzende Richter zum Prozessbeginn unter anderem mit der Begründung ab, es bestünden „erhebliche Zweifel an der Vertrauenswürdigkeit“.

          Im Dannenröder Forst nahe Homberg/Ohm sowie im nahe gelegenen Maulbacher Wald (beide Vogelsbergkreis) und im Herrenwald bei Stadtallendorf (Landkreis Marburg-Biedenkopf) waren Bäume für den Weiterbau der Autobahn gefällt worden. Dagegen protestierten Umwelt- und Klimaschützer, die vor allem im Dannenröder Forst Baumhäuser und zahlreiche Barrikaden errichteten. Diese wurden im vergangenen Herbst schrittweise von der Polizei geräumt. Dabei kam es auch immer wieder zu Zwischenfällen. Die A49 soll einmal Kassel und Gießen direkter miteinander verbinden.

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