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Prozess um Giftanschlag : Eine Frau mit zwei Stimmen

Tatort: Im Gebäude L2/01 an der Lichtwiese haben Hochschulmitarbeiter des Fachs Materialwissenschaft Kaffee aus vergiftetem Wasser zu sich genommen. Bild: 5vision

Im Prozess um den Giftanschlag an der Technischen Universität Darmstadt im vergangenen Jahr geben Videos einen Eindruck von der Persönlichkeit der Verdächtigen.

          2 Min.

          Die Stimme verändert sich, einmal ist sie sanft, ein anderes Mal hart. Nicht nur die Tonlage unterscheidet sich, sondern auch die Wortwahl. Einmal bittet die Frau Polizisten um Hilfe. Hört sich zart und zerbrechlich an, während sie davon spricht, sie werde von „Stalkern“ beleidigt: „Ich brauche doch Schutz.“ Dann ist ihre Stimme laut, rau und tief, hört sich fast männlich an. Mit derben Worten beschimpft sie zwei Polizisten auf einem Bahnsteig. Sie bezeichnet diese als „Slum-Spasten“, nennt sie „ekelhaft“ und „behindert“. In einem anderen Video wird ein Straßenkehrer beschimpft, dabei wird „Bettler, Penner“ gerufen.

          Jan Schiefenhövel
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Von den Begegnungen auf dem Bahnsteig und mit dem Straßenkehrer werden am Dienstag im Landgericht Darmstadt Videos vorgeführt, von dem Gespräch mit der Polizei ist ein Tonmitschnitt zu hören. Die Aufnahmen stammen vom Computer von Paulina P., die beschuldigt wird, die Täterin des Giftanschlags in der Technischen Universität im August des vergangenen Jahres zu sein.

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