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Prozess um Alexander Falk : Wie ein Film mit schlechtem Drehbuch

Mit seinen Anwälten: Alexander Falk (Mitte) im Frankfurter Landgericht. Bild: EPA

Alexander Falk, Erbe des Stadtplan-Verlags, soll einen Mord in Auftrag gegeben haben. Der Prozess gegen ihn, eines der spektakulärsten Verfahren im Jahr 2019, schlägt immer neue Volten.

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          Es war der vermutlich seltsamste Moment dieses Prozesses, als am 12. September im Gerichtssaal Alexander Falk und Wolfgang J. aufeinandertrafen. J., im Anzug und mit einem Rollkoffer voller Unterlagen, betrat den Raum und blickte nach links, wo Falk zwischen seinen Verteidigern saß. Er blieb stehen, schaute dem Angeklagten kurz in die Augen und nickte. Dann ging er zur Mitte des Saals und nahm im Zeugenstuhl Platz. Kein Außenstehender kann sich vorstellen, was J. in dem Moment durch den Kopf ging. Aber wer seine viele Stunden dauernde Zeugenaussage danach hörte, dem wurde klar: J. glaubte, dem Mann in die Augen geschaut zu haben, der einen Auftragskiller auf ihn angesetzt hatte.

          Anna-Sophia Lang

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Am Morgen des 8. Februar 2010 wurde J., Rechtsanwalt bei einer Großkanzlei, vor seinem Haus in Frankfurt angeschossen. Der Täter, der bis heute nicht identifiziert ist, ging auf ihn zu, richtete eine Pistole auf seinen Oberschenkel und drückte ab. Während J. nach der Polizei schrie, ging der Mann weg. Ruhigen Schrittes, wobei er sich nach ein paar Metern noch mal umdrehte. „Als ob er gucken wollte, ob alles geklappt hat.“ Noch im Krankenwagen sagte J. zu den Polizisten: „Ich bin Rechtsanwalt, ich führe ein Verfahren gegen Alexander Falk. Das ist ein Hamburger Multimillionär. Der steckt hinter dem Anschlag. Überwachen Sie sein Telefon.“ Beinahe zehn Jahre ist das jetzt her. Jahre, in denen in Frankfurt und Hamburg ermittelt wurde von Polizei und Landeskriminalamt, ohne dass sich der entscheidende Hinweis auftat.

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