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Prozess in Frankfurt : Versuchter Mord durch Slalom-Fahrt

  • -Aktualisiert am

Justitia: Der Angeklagte muss sich vor dem Landgericht Frankfurt verantworten (Symbolbild). Bild: dpa

Seit Freitag steht ein Mann wegen versuchten Mordes vor dem Landgericht Frankfurt. Der Angeklagte hat einen Mann mehrere Kilometer weit durch die Innenstadt auf seiner Motorhaube mitgeschleift und ihn anschließend überrollt.

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          Extreme Hautverletzungen, ein Leberriss, ein Wirbel- und Brustbeinbruch – oder auch „eine Katastrophe für das Opfer“, wie der vorsitzende Richter der 22. Strafkammer es nennt. Das Opfer, ein 26 Jahre alter Italiener, musste intensivmedizinisch behandelt und reanimiert werden. Es überlebte, ist aber querschnittsgelähmt. Gegen den Beschuldigten, einen 27 Jahre alten Mann mit weißrussischer Staatsangehörigkeit, hat das Frankfurter Landgericht Anklage erhoben. Ihm wird versuchter Mord, körperliche Misshandlung und Gefährdung der Sicherheit im Straßenverkehr vorgeworfen.

          Auslöser des Ganzen soll ein Streit zwischen dem Weißrussen und dem Italiener im Frankfurter Bahnhofsviertel gewesen sein. Wie es zu diesem kam, ist noch unklar. Während der Tat soll der Angeklagte unter Drogeneinfluss gestanden haben. Zunächst hieß es, er habe im Bahnhofsviertel nur Zigaretten kaufen und Geld abheben wollen. „Das hätten Sie genauso bei Ihnen in der Nähe machen können“, merkt der Richter an. Nach dem Streit soll der Angeklagte in einen LKW gestiegen sein und an einer Ampel gehalten haben. Das Opfer sei ihm bis dahin gefolgt und soll sich vor den Wagen gestellt und gestikuliert haben, um ihn aufzuhalten. Der Angeklagte habe daraufhin die rote Ampel ignoriert und sei losgefahren – der Italiener habe sich vorerst retten können, indem er sich an der Motorhaube festhielt.

          100 Meter mitgeschleift

          Der Weißrusse habe seine Fahrt trotzdem über weite Teile der Innenstadt fortgesetzt und versuchte, das Opfer abzuschütteln. Dafür soll er, mit teilweise überhöhter Geschwindigkeit, Schlangenlinien über bis zu drei Fahrstreifen gefahren sein und dabei mehrfach rote Ampeln überfahren haben. In Bockenheim schließlich habe sich das Opfer nicht mehr festhalten können, sei vom LKW überrollt und 100 Meter mitgeschleift worden, wodurch die schweren Verletzungen entstanden sein sollen. Der Angeklagte habe daraufhin Fahrerflucht begangen. Die Polizei konnte ihn aber mithilfe des LKW-Kennzeichens im März dieses Jahres festnehmen.

          Bisher sind fünf weitere Verhandlungstermine angesetzt. Am nächsten, dem 5. Januar, soll das Opfer aussagen. Auch der Angeklagte will sich zu dem Geschehen äußern. „Es wäre für alle eine Erleichterung, wenn Sie die Wahrheit sprechen“, ermahnte ihn der Richter.

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