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: Protest niedergelassener Ärzte

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Frankfurt. Nach mehreren Demonstrationen von Ärzten hessischer Universitätskliniken wollen am Mittwoch auch die niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten mit einem Aktionstag auf die ihrer Ansicht nach schlechte Vergütung aufmerksam machen.

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          Frankfurt. Nach mehreren Demonstrationen von Ärzten hessischer Universitätskliniken wollen am Mittwoch auch die niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten mit einem Aktionstag auf die ihrer Ansicht nach schlechte Vergütung aufmerksam machen. Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Hessen haben sich bisher rund 1500 Ärzte und Psychotherapeuten für die Informationsveranstaltung am 21. September in der Jahrhunderthalle in Frankfurt-Höchst angemeldet. Das heißt für Patienten, daß ungefähr zehn Prozent der Praxen an diesem Mittwoch nicht wie sonst üblich erst am Mittag, sondern schon morgens geschlossen sind. Patienten müssen dann einen Arzt aufsuchen, der sich nicht an den Aktionen beteiligt, den ärztlichen Bereitschaftsdienst in Anspruch nehmen oder eine Notfall-Ambulanz aufsuchen. Auch Arzthelferinnen wollen sich den Protesten anschließen.

          Die Vorstandsvorsitzende der KV Hessen, Margita Bert, sagte im Gespräch mit dieser Zeitung, daß viele Kollegen am Rande der Existenzfähigkeit angekommen seien. Vor allem Neurologen, Radiologen und Hals-Nasen-Ohrenärzte seien in wirtschaftlichen Nöten. Somit stünden sie vor der Alternative, Personal zu entlassen oder ihre Praxis zu schließen. Seit Jahren müßten die niedergelassenen Ärzte Honorareinbußen hinnehmen. Deshalb sei es schwierig für aus Altersgründen geschlossene Praxen einen Nachfolger zu finden. Im Kreis Groß-Gerau zum Beispiel betrifft das nach Auskunft Berts derzeit zwei Hausarzt- und zwei Kinderarztpraxen sowie eine neurologische Praxis.

          Bert kritisierte weiter, daß die Krankenkassen in Hessen nicht bereit seien, das auf Bundesebene vereinbarte Honorar für ambulante Operationen zu zahlen. Dieses müsse im Einzelfall beantragt werden - ein umständliches Verfahren und eine entwürdigende Diskussion, wie Bert bemerkte. "Die Unruhe unter den Ärzten ist groß." Viele hätten Angst vor der Zukunft.

          Bert sagte "düstere Perspektiven" für die ambulante Versorgung voraus, wenn sich nichts Grundlegendes ändere. Aufgrund der "unnachgiebigen Haltung der Krankenkassen" seien Einschränkungen für Patienten "unvermeidbar". In ungefähr zehn Jahren müßten die Patienten weitere Wege zum Arzt in Kauf nehmen, als dies bislang der Fall sei. rig.

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