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Ostbahnhof Frankfurt : Protest gegen Räumung des Wagenplatzes

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Protestzug: Teilnehmer der Demonstration gegen die Räumung des Wagenplatzes Bild: Michael Braunschädel

Bis zum Nikolaustag sollen die Besetzer den Wagenplatz am Frankfurter Ostbahnhof räumen. Dagegen richten sich Proteste.

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          Unter dem Motto „Keine Stadt ohne uns“ haben am Freitagabend rund 500 Menschen in Frankfurt gegen Gentrifizierung und den Mangel an bezahlbarem Wohnraum protestiert. Anlass war die für den 6. Dezember geplante Räumung des Wagenplatzes am Ostbahnhof, wo seit mehr als einem Jahr rund 20 Menschen in Bussen und Wohnwagen leben. Die Demonstration war an der Konstablerwache mit Redebeiträgen verschiedener linker politischer Gruppierungen gestartet und führte zum Ostbahnhof. Neben Fridays for Future, der Seebrücke und der Partei die Linke war auch ein Vertreter der Baumbesetzer im Fechenheimer Wald anwesend.

          Die Demonstranten liefen von der Konstablerwache über die Lange Straße vorbei an der EZB zum Ostbahnhof, wo im Beisein der Polizei eine abschließende Kundgebung stattfand. Hier sei ein Raum des solidarischen Miteinanders entstanden, der nicht einfach verschwinden dürfe, sagte eine Rednerin der Initiative „We Need Homes To Stay At Home FFM“. Eine Sprecherin des Bündnisses „Keine Stadt ohne uns“ forderte „Möglichkeiten für Freiräume fernab von Konsumzwang“. Vereinzelt wurden Bengalische Feuer gezündet, ansonsten verlief die Demonstration friedlich.
          Auf dem Grundstück am Ostbahnhof ist ein Hotel geplant. Der Grundstückseigentümer, die Hotelkette Premier Inn, hat die Besetzer aufgefordert, das Gelände bis zum Nikolaustag zu verlassen. Inzwischen hat der Eigentümer auch für das leer stehende Bahnhofsgebäude eine Abbruchgenehmigung erwirkt.

          Etwa zehn Bewohner bilden den harten Kern des Wagenplatzes. Sie hatten das Areal vor mehr als einem Jahr besetzt, um auf die prekäre Situation auf dem Wohnungsmarkt aufmerksam zu machen. Das Hotel ist aus ihrer Sicht ein Beitrag zur rasant fortschreitenden Gentrifizierung des Ostends. Auf dem Grundstück stehen etwa ein Dutzend Bauwagen, Wohnwagen und umgebaute Transporter.

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