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Burgfestspiele Bad Vilbel : Edith, Marlene und Jim Knopf

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Szene aus „Ewig jung“ von den Burgfestspielen Bad Vilbel Bild: Eugen Sommer

Die Organisatoren haben das Programm der nächsten Burgfestspiele in Bad Vilbel vorgestellt. Bei dem Festival werden einige Klassiker auf die Bühne gebracht.

          3 Min.

          Komik, Poesie, Musik und ein wenig Abenteuer sind die Eckpfeiler des neuen Programms der Burgfestspiele Bad Vilbel. Intendant Claus-Günther Kunzmann und Bürgermeister Sebastian Wysocki (CDU) erläuterten die Einzelheiten der Veranstaltung, die am 5. Mai 2023 startet und am 10. September endet. Kunzmann freut es besonders, als zweites Theater in Deutschland überhaupt, nach den Bad Hersfelder Festspielen, die Rechte für die Bühnenfassung des Stücks „Der Club der toten Dichter“ bekommen zu haben. Premiere für die Inszenierung ist am Freitag, 2. Juni. Die Geschichte erzählt von dem neuen Englischlehrer John Keating, der mit ungewöhnlichen Methoden frische Ideen an das erzkonservative Welton-Internat bringt.

          Die Komödie „Monsieur Claude und seine Töchter“ passe ganz hervorragend ins Rhein-Main-Gebiet, meint Kunzmann. In der Geschichte geht es um ein gut situiertes französisches Ehepaar katholischen Glaubens, dessen vier Töchter jeweils Männer aus anderen Kulturkreisen oder Konfessionen heiraten. Themen wie Toleranz und gegenseitige Vorurteile werden mit viel Humor aufgespießt. Premiere feiert das Stück am Samstag, 8. Juli.

          „Born to Be Wild“ und „Sex Bomb“

          In Gestalt von „ewig jung“ wird es die Wiederaufnahme eines Stücks geben. Die musikalische Komödie erzählt von einem Schauspielensemble im Altersheim. Sie rocken trotz Krückstocks und Beinprothese zu „Born to Be Wild“ und „Sex Bomb“. Premiere ist am Freitag, 9. Juni. Wird es gelingen, aus der Blumenverkäuferin Eliza Doolittle eine Lady mit entsprechender Wortwahl zu machen? Dieser Frage können die Besucher im meistgespielten klassischen Musical „My Fair Lady“ ab 30. Juni auf den Grund gehen.

          Als „eine Hommage an zwei sehr unterschiedliche Künstlerinnen“ sieht Kunzmann das Stück „Spatz und Engel“, die Geschichte der Freundschaft zwischen Edith Piaf und Marlene Dietrich. Das Theaterstück mit Musik feiert am Samstag, 17. Juni, Premiere. Zwei Leben zwischen Exzess und Disziplin und zwischen Bier und Champagner halten sicher einige Höhepunkte parat.

          Auf das Programm für die kleinen Besucher freut sich Kunzmann besonders. „Wir wissen, dass die Zahl der Eltern, die vorlesen, stetig zurückgeht“, sagt er. Umso wichtiger sei für ihn, den Nachwuchs möglichst früh ins Theater zu holen. Denn wer einmal in diese Phantasiewelt eingetreten sei, finde auch im späteren Leben leichter wieder zurück, glaubt Kunzmann. Und Stücke wie Erich Kästners „Pünktchen und Anton“, Premiere Sonntag, 21. Mai, 12 Uhr, hätten nichts von ihrer Aktualität eingebüßt. In dem Musical geht es um Luise (Pünktchen), die Tochter eines reichen Indus­triellen, und den bettelarmen Anton. Sie schließen Freundschaft, halten zusammen und scheren sich nicht darum, was die Erwachsenen davon halten.

          „Achtsam morden“ im Theaterkeller

          Ein weiterer Klassiker der Kinderliteratur feiert am Sonntag, 14. Mai, 12 Uhr, Premiere: „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“. Das Stück über Jim, Lukas, die Lokomotive Emma und die Insel mit zwei Bergen basiert auf dem Roman von Michael Ende aus dem Jahr 1960.

          „Achtsam morden“ heißt es im Theaterkeller. Die Krimikomödie mit Premiere am Samstag, 6. Mai erzählt von Anwalt Björn Diemel, der nach einem Besuch bei einem Achtsamkeitscoach langsam zur Ruhe kommt. Allerdings nicht durch mehr Mediation und mehr Teetrinken, sondern in dem er seine Mafia-Klientel „achtsam ermordet“.

          Beim zweiten Stück im Theaterkeller können die Besucher unter dem Motto „Extrawurst“ Teil der Jahreshauptversammlung eines Tennisvereins sein. Hier werden lebhaft aktuelle Fragen des Miteinanders diskutiert, so etwa, wie viele Rechte eine Mehrheit einer Minderheit bei der Wahl der Grillwürste einräumen muss. Die Komödie startet am Sonntag, 11. Juni.

          Ansonsten laufe alles nach Plan, so die Verantwortlichen. Unter anderem könne man in der nächsten Spielzeit auf die bewährte Bewirtung zurückgreifen, „was auch nicht selbstverständlich ist“, wie Kunzmann sagt. Außerdem seien die Bauarbeiten an der und um die Burg im Zeitplan. Unter anderem musste die Uferböschung des Wassergrabens stabilisiert werden. Anfang nächsten Jahres kann das Wasser wieder eingelassen werden, wie es heißt. Zum anderen bekommt die Bühne ein neues Dach. Sie werde zwar nicht größer, aber durch den Wegfall von zwei Säulen ergäben sich völlig neue Möglichkeiten, mit denen sich alle, allen voran die Techniker, erst einmal auseinandersetzen müssten. „Das ist wie beim Hausbau“, lächelt Kunzmann.

          „People of Colour“ sehr gefragt

          Demnächst beginnt das Ensemble mit den Proben. Insgesamt etwa 50 Schauspieler werden dann arbeitsintensive Wochen vor sich haben. Nach ersten Gesprächen mit den Schauspiel-Agenturen zeichne sich schon ein kleines Problem ab. Vermutlich werde es schwer, deutschsprachige „People of Colour“ zu bekommen. Denn den Trend, die Vielfalt der Gesellschaft abzubilden, sehe man auch in Film und Fernsehen. Entsprechend gefragt seien geeignete Schauspieler.

          Die Preise seien „moderat“ erhöht worden, sagt Kunzmann. Auch das Theater habe mit der extremen Teuerungsrate zu tun, hinzu komme das Thema Mindestlöhne. Aber Kunzmann beruhigt: „Circa ein bis drei Euro pro Stück, mehr nicht.“

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