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Profi-Frauenfußball : Auf dem Weg zum FFC Eintracht

In den Farben bald vereint? Eintracht-Vorstand Hellmann (links) und FFC-Manager Dietrich planen ein Zusammengehen. Bild: Imago

Die Signale werden deutlicher: Schon 2020 könnten der erfolgreichste deutsche Frauenfußballklub und Bundesligamänner unter einem Dach vereint sein.

          Siegfried Dietrich ist gerade in Frankreich unterwegs. Am Sonntag reiste der Manager und Investor des Frauenfußball-Bundesligaklubs FFC Frankfurt über Marseille nach Montpellier, wo er am Montagabend das dritte Gruppenspiel der deutschen Nationalelf bei der Weltmeisterschaft gegen Südafrika (4:0) von der Tribüne aus verfolgte.

          Obwohl anders als bei den vorangegangenen fünf Weltmeisterschaften keine FFC-Spielerinnen im Kader des deutschen Teams stehen, pflegt Dietrich nach wie vor seine Kontakte. Am Montag beispielsweise traf er sich mit Vertretern des südafrikanischen Fußballverbandes, die ihm besonders nahestehen, da Dietrich Jahr für Jahr im Winter mehrere Wochen Urlaub in Südafrika verbringt. Auch diese Kontakte sind es, die Dietrich und den FFC für Eintracht Frankfurt interessant machen.

          Am Montag brachte Eintracht-Marketingvorstand Axel Hellmann neuen Schwung in die Überlegungen zu einer Aufnahme des noch immer erfolgreichsten deutschen Frauenfußballklubs unter dem Dach der Frankfurter Eintracht. „Aus sportlichen und gesellschaftspolitischen Gründen kann ich sagen, dass Profi-Frauenfußball sehr gut zu Eintracht Frankfurt passen würde. Es spricht daher vieles dafür, dass wir in Zukunft gemeinsame Wege gehen. Ich denke, wir werden uns zu dem Thema zeitnah öffentlich erklären“, sagte Hellmann in einem Interview der Frankfurter Rundschau. „Wenn es so kommen würde, würde Eintracht Frankfurt die Spiellizenz des 1. FFC ab Sommer 2020 übernehmen.“

          Rückkehr an die Spitze

          So deutlich und mit der genauen Jahreszahl hatte das bislang noch keiner der Gesprächspartner öffentlich gesagt. Siegfried Dietrich hatte vor einigen Wochen noch betont, dass es keinen Zeitplan gebe und man sich über viele kleine Details einig werden müsse. Aber er ließ auch keinen Zweifel am Bestreben, den FFC unter das Dach der Eintracht zu führen. „Die Eintracht ist für uns die richtige Adresse“, hatte er gesagt. Die Eintracht, deren eigenes Frauenteam in der Regionalliga spielt und sich am Sonntagabend durch einen 3:2-Finalsieg im Hessenpokal gegen Jahn Calden die Qualifikation für den DFB-Pokal gesichert hat, wäre dann ein weiterer Männer-Profiklub, der bei den Frauen erstklassig vertreten wäre. In der kommenden Spielzeit können Meister und Pokalsieger VfL Wolfsburg, Bayern München, SC Freiburg, TSG Hoffenheim, Bayer Leverkusen, 1. FC Köln und MSV Duisburg bereits auf die finanzielle Unterstützung eines Lizenzvereins bauen, also sieben von zwölf Erstligaklubs.

          Reine Frauenfußballvereine wie der Turbine Potsdam und der FFC drohen deshalb immer mehr den Anschluss zu verlieren. In der abgelaufenen Saison landeten sie immerhin noch auf den Plätzen vier und sechs, aber die Tendenz ist fallend. Eine Ehe zwischen der Eintracht und dem FFC zum FFC Eintracht könnte freilich umgehend dazu beitragen, dass der Frankfurter Frauenfußball wieder an die deutsche Spitze zurückkehren könnte. Der FFC würde Knowhow im Frauenfußball und eine eigene Anhängerschaft mitbringen, der Popularitätszuwachs der Eintracht und die neuen finanziellen Möglichkeiten würden wiederum helfen, die Ausgangsbedingungen zu verbessern.

          Noch keine endgültige Entscheidung

          FFC-Manager Siegfried Dietrich tritt von Frankreich aus freilich erst einmal ein wenig auf die Bremse: „Wir sind in sehr guten Gesprächen, die Aussagen von Axel Hellmann passen in diesen Prozess und sind sehr gute Signale“, sagte Dietrich auf Nachfrage. „Aber es ist noch nichts endgültig entschieden.“ Die Eintracht, so ist zu hören, würde nicht nur ein Frauenfußballteam mit womöglich baldiger Aussicht auf einen ersten Meistertitel seit dem bislang letzten Erfolg von 2008 aufnehmen, sondern auch gerne von Dietrichs Kontakten in der Region profitieren. Der Macher des FFC gilt als hervorragend vernetzt – nicht nur im internationalen Frauenfußball, sondern auch in der Frankfurter Gesellschaft. Das könnte auch für das Kerngeschäft der Eintracht bei den Männern von Vorteil sein.

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