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Nessie in Offenbach : Unsichtbare Gefahr im Teich

Nicht ins Netz gegangen: Berufsfischer konnten 2018 den Wels nicht fangen. Bild: dpa

Offenbach hat eine Art Geschwisterchen des Ungeheuers von Loch Ness. Der sagenumwobene mörderische Wels aus dem Dreieichpark ist jedoch seit einem Jahr abgetaucht. Wo treibt er sich nur herum?

          Trügerische Ruhe herrscht am Weiher im Dreieichpark in Offenbach, nur die Fontäne plätschert. Eine Offenbacherin lässt ihren kleinen Coton de Tuléar unbekümmert am Ufer und im seichten Wasser des Weihers spielen. Offenbar weiß sie nicht, dass das Hündchen jeden Moment mit einem kurzen Aufjaulen für immer in den Tiefen des undurchsichtigen Gewässers verschwinden könnte. Zur Beute jenes monströsen Welses geworden, der vor einem Jahr den Weiher erstmals zur Todesfalle werden ließ.

          Jochen Remmert

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung, zuständig für Flughafen und Offenbach.

          Denn der Raubfisch, der massenweise Entenküken und unbestätigten Gerüchten zufolge auch Katzen, Hunde und kleine Frankfurter in die Tiefe gezerrt und verspeist haben soll, wurde nie gefunden. Der damals schon mindestens anderthalb Meter lange glitschige Killer entwischte selbst angeheuerten Berufsfischern immer wieder.

          Noch immer auf die Beute lauern

          Es ist also mit ans Märchenhafte grenzender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass er noch immer in den Tiefen des Weihers haust und auf Beute lauert. Inzwischen zweifellos mindestens 1,80 Meter groß. Er könnte auch schon viel größer sein, 2,50 Meter oder das Doppelte sind durchaus drin, heißt es jedenfalls im Internet. Da ist auch irgendwo nachzulesen, dass Menschen in das Beuteschema dieser Bestie passen. Es ist also nicht nur dieser Tage höchste Aufmerksamkeit geboten, wenn man eine Runde um den Weiher des Dreieich-Parks dreht. Denn die Gefährlichkeit eines Raubtieres, das sich trotz seiner Größe in einem kleinen Parkteich, der maximal 80 Zentimeter tief ist, über ein Jahr erfolgreich allen Nachstellungen entzieht, kann man gar nicht hoch genug einschätzen.

          Hätte die unbekümmerte Hundeführerin die anderen Tiere genauer beobachtet, hätte sie bemerken können, dass etwas nicht stimmt mit dem so friedlich daliegenden Gewässer: Die mordlustige Jäger gewohnten Nilgänse nähern sich dem Wasser nur mit äußerster Vorsicht. Während die Muttergans und der Nachwuchs Wasser tanken, führt der Ganter vom Schirm einer am Teich stehenden Laterne Aufsicht. Von hier aus kann er verdächtige Bewegungen unter der Wasseroberfläche in Richtung seiner Familie früher erkennen und eingreifen – weshalb sollte er sonst da oben sitzen?

          Der kleine weiße Hund ist diesmal dem schleimigen Schlund des gewaltigen Welses entkommen. Der verdaut womöglich gerade in seinem Versteck am Grund des Gewässers ein anderes, unbekanntes Opfer.

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