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Bistum Limburg : Beschuldigter Priester muss wegen Missbrauchsvorwürfen in Ruhestand

Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs durch einen Priester. Nun hat der Bischof von Limburg reagiert (Symbolbild). Bild: dpa

Über Jahre hinweg wurde einem hessischen Priester sexueller Missbrauch von Kindern und Jugendlichen vorgeworfen. Nun hat der Limburger Bischof dem Geistlichen das Vertrauen entzogen.

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          Der Limburger Bischof Georg Bätzing hat einen 57 Jahre alten Priester in den Ruhestand versetzt, dem in den vergangenen 20 Jahren mehrmals sexueller Missbrauch von Kindern und Jugendlichen vorgeworfen worden war. Das berichtete ein Bistumssprecher gestern auf Anfrage und bestätigte damit einen Bericht des Senders „HR Info“.

          Tobias Rösmann

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Der Geistliche sei zwar weder strafrechtlich noch kirchenrechtlich je verurteilt worden, weil die Vorwürfe nicht eindeutig belegbar gewesen seien. „Der Bischof hat gleichwohl ein gestörtes Vertrauensverhältnis zu dem Mann“, hob der Sprecher hervor, der Bätzings Schritt als „konsequent“ bezeichnete. „Da ist nicht nichts, aber was da genau ist, weiß man nicht.“

          Auf die Frage, welche Aufgaben in der Kirche der Priester fortan noch wahrnehmen dürfe, sagte der Sprecher: „Er darf eigentlich gar nichts mehr tun.“ Sollte der Geistliche gegen die Vorgaben verstoßen, seien disziplinarische Schritte wahrscheinlich; so könne zum Beispiel das Ruhegeld gekürzt werden.

          Bätzing hatte das Tätigkeitsfeld des Priesters schon im April eingeschränkt. Damals hatten sich im Zuge der Missbrauchsstudie der katholischen Kirche neue Vorwürfe ergeben. Sie liegen allerdings alle so viele Jahre zurück, dass die Taten strafrechtlich verjährt sind. Der Limburger Bischof verbot dem Mann nach Angaben des Bistumssprechers damals, seine Lehraufträge an einer katholischen Hochschule außerhalb des Bistums weiter wahrzunehmen.

          Der Priester war dem Bistum zufolge schon seit 2009 nicht mehr in einer Gemeinde tätig. Damals habe er „aufgrund einer psychischen Erkrankung“ eine neue Stelle in einer Pfarrei abgelehnt, sagte der Sprecher. Wenig später habe der Theologe dann die Aufgabe an der Hochschule übernommen. Die ersten Vorwürfe gegen den Mann sind knapp 20 Jahre alt. Im Jahr 2010 gab es dann weitere Anschuldigungen, die bis in die neunziger Jahre zurückreichen. Vorgeworfen wurden dem Theologen regelmäßige Dusch- und Saunagänge mit minderjährigen Jungen, außerdem Küsse auf den Mund. In Rede steht zudem ein gemeinsames Onanieren mit einem Jugendlichen. Einige Vorwürfe soll der Geistliche zugegeben haben.

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