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Gastbeitrag : „Antisemitismus ist keine Meinung“

  • -Aktualisiert am

Präsident des Zentralrats der Juden: Josef Schuster auf dem Reformationstag in Wiesbaden Bild: EKHN/Volker Watschounek

Zur Feier des Reformationstags der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau in der Wiesbadener Lutherkirche hat der Präsident des Zentralrats der Juden den Impulsvortrag gehalten. Er mahnt zu Geschichtsbewusstsein.

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          Wir begehen in diesem Jahr das Festjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“. Ich danke der Evangelischen Kirche Hessen-Nassau, dass sie mich aus diesem Anlass eingeladen hat, den Impulsvortrag bei der Reformationsfeier zu halten. Dieser Einladung bin ich sehr gerne nachgekommen. Sie müssen jetzt nicht befürchten, dass ich Ihnen in allen Facetten 1700 Jahre deutsch-jüdische Geschichte referieren werde – dann säßen wir morgen noch hier. Nein, ich möchte nur schlaglichtartig einen Blick auf diese reiche Geschichte werfen und dann ein paar Gedanken zur Gegenwart mit Ihnen teilen, die mir wichtig sind.

          Das Festjahr zur 1700-jährigen jüdischen Geschichte in Deutschland ist kein Jubeljahr. Daher sprechen wir auch nicht von einem Jubiläum. Denn jeder, der sich mit dieser Geschichte beschäftigt hat, weiß: Sie ist von Höhen und Tiefen geprägt, nicht nur von Tiefen – von tiefsten Abgründen! Dass der in Köln gegründete Verein „321 – 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ dennoch ein Festjahr ausgerufen hat, halte ich für richtig. Es geht uns – ich selbst gehöre zu den Gründungsmitgliedern des Vereins –, es geht uns darum, in Deutschland ein Bewusstsein dafür zu schaffen, wie lange bereits Juden in deutschen Landen leben, wie sehr sie die Kultur unseres Landes geprägt haben und wie sich das jüdische Leben heute gestaltet.

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