Porträt Leo Fischer :
Arztbengel, kichernd

Von Lars Weisbrod
Lesezeit: 8 Min.
Niedlich und skrupellos: Leo Fischer an seinem letzten Tag als Chefredakteur in der „Titanic“-Redaktion.
Leo Fischer hat fünf Jahre lang in Frankfurt das Magazin „Titanic“ geleitet und dabei gezeigt, dass man mit pubertärem Humor die beste Satire macht. Jetzt hört er auf.

Bei manchen Menschen weiß man nicht, ob man Angst vor ihnen haben oder sie in den Arm nehmen soll. Bei Leo Fischer auch nicht. „Porträt, daneben Foto des Geschlechtsteils aus Leberwurst oder anderen Metzgereiabfällen“, tippt er in das Feld für die Anweisungen an den Bildredakteur. „Oder ist das zu eklig? Oh Gott, das wird wieder so ein Dreck“, ruft Fischer durch die Redaktion. Er überlegt. Im Wikipedia-Portal „Sexualität“ findet er das Wort „Ablaichbürste“ und muss sofort kichern. Korkenzieherpenis gefällt ihm auch sehr gut, er wird ganz hibbelig vor Lachen. Dienstag vergangener Woche, Fischer schreibt gerade an einem Text für sein letztes Heft. Nur noch ein paar Tage ist er der Chefredakteur von „Titanic”, dem wichtigsten und in Wahrheit einzigen deutschen Satiremagazin.

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