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Porträt Gerd Knebel : Der wo da wieder Musik macht

Musik und Comedy: Gerd Knebel übt sich unter dem Namen Dirty Dabbes als Rapper. Bild: Rainer Wohlfahrt

Unter dem Namen Dirty Dabbes übt sich Gerd Knebel als Rapper. Die Comedy kommt dabei aber nicht zu kurz. Schon bald soll es Neues von Badesalz geben.

          Volles Haus. Rund 4000 Menschen feiern in der Stadthalle Offenbach das vierzigjährige Bestehen der Band Rodgau Monotones, schwelgen in Erinnerungen. Der ohnehin lautstarke Jubel schwillt noch an, als zwei Männer in Anzügen auf die Bühnen kommen und a cappella Pharrell Williams’ Hit „Happy“ darbieten. Die beiden Männer sind Henni Nachtsheim und Gerd Knebel, besser bekannt als Komikerduo Badesalz, seit bald 30 Jahren eine hessische Institution.

          Christian Riethmüller

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Über diese lange Zeit und angesichts der Popularität von Badesalz ist es fast ein wenig in Vergessenheit geraten, dass sowohl Nachtsheim als auch Knebel ihre Bühnenkarrieren als Musiker begannen. Nachtsheim war in den achtziger Jahren Sänger und Saxophonist der Rodgau Monotones, während Knebel als Sänger der Gruppe Flatsch! die andere hessische Kultband jener Zeit anführte.

          Neues Musikprojekt: Rap

          Die beiden Bands waren gut miteinander befreundet und wurden in und um Frankfurt herum auch gern im Doppelpack für Konzerte gebucht. Nicht weiter verwunderlich also, dass Knebel beim bekanntesten Lied der Rodgau Monotones, der 1984 veröffentlichten inoffiziellen Hessen-Hymne „Die Hesse komme“, gut vernehmbar im Background sang.

          Gerappt wird in dem Stück ja auch, und genau dieser Rap ist drei Jahrzehnte später so etwas wie das Bindeglied zu einem neuen musikalischen Projekt Gerd Knebels. Denn diesen Rap, in dem „ein wüster Krach aus Frankfurt, Darmstadt, Offenbach“ besungen wird, hört irgendwann auch ein Kind in Darmstadt, das später selbst mit südhessisch oder „neuhessisch“ eingefärbtem Rap Karriere machen wird – Marco Döll alias Mädness.

          Gemeinsames Album veröffentlicht

          Döll wächst in Eppertshausen mit den Sketchen und Sprüchen von Badesalz auf, ahmt die Charaktere aus den Programmen des Komikerduos nach. Vermutlich daher gibt er in einem Magazininterview auf die Frage, mit wem er denn gern einmal zusammenarbeiten würde, die Antwort „Badesalz“. Gerd Knebel hat dieses Interview gelesen und erinnert sich: „Ich kannte Aufnahmen von Mädness und dachte mir, das könnte passen. Also sprach ich ihn einfach mal auf einer Veranstaltung in Darmstadt, auf der wir beiden waren, an.“

          Das war im Jahr 2013, als Döll neben seiner Hip-Hop- und Rap-Karriere noch Puppenspieler im Kikeriki-Theater war. Fortan hätten die beiden sich immer mal wieder getroffen, um eine Zusammenarbeit zu besprechen, erzählt Knebel, der im Rodgauer Stadtteil Nieder-Roden lebt. Bei diesen Treffen entstanden Skizzen, Riffs, Textideen, die sich schließlich zu zehn Stücken für ein Album fügten, das Anfang dieses Jahres veröffentlicht wurde. Erschienen ist es bei Frau Batz Records, einem Label, das Henni Nachtsheim und Knebel für ihre musikalischen Abenteuer gegründet haben. Den Vertrieb übernimmt mit Indigo ein bekannter Name aus dem Independent-Bereich.

          Komikerduo: Hendrik „Henni“ Nachtsheim (links) und Gerd Knebel sind bald 30 Jahre als Badesalz unterwegs.

          Knebel und Döll firmieren für das Album mit dem Titel „Putzintensiv“ unter dem Namen Dirty Dabbes, was sich mit dem schönen Wort Drecksdepp übersetzen lässt, schließlich ist es von Rodgau nach Bayern nicht weit.

          Deppert im Sinne von „dabbisch“ oder tölpelhaft geht es bei den Liedern, die in einem Darmstädter Studio aufgenommen wurden, aber nicht zu, sondern eher klamaukig bis skurril. Auch haben Knebel und Mädness kein Hip-Hop-Album voller Reime und Beats aufgenommen, sondern sich bei Stilen von Rock, Funk und Reggae bis hin zu Folk bedient und zu diesen Klängen mal gesungen, mal gerappt und mal gesprochen.

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