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Pop-up-Stores : Erfolg durch Läden auf Zeit

Ungewöhnliches für die Innenstadt: Im „Tacheles“ gibt es Kunstwerke, die kein Vermögen kosten. Bild: Lucas Bäuml

Im Kampf gegen den Leerstand in der Innenstadt setzt Hanau auf Pop-up-Stores. Das außergewöhnliche Angebot in den Läden soll neue Kunden anlocken.

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          Ein Laden, der nur für ein paar Monate in der Innenstadt aufmacht und danach wieder verschwindet – kann ein solches Mo­dell wirtschaftlich und sinnvoll sein? Ja, kann es, heißt es bei der städtischen Hanau Marketing Gesellschaft. Pop-up-Store nennt sich das Konzept, das ein Standbein des Stadtentwicklungsprogramms „Hanau aufLADEN“ ist. Mit Ra­battaktionen, Veranstaltungen und Ak­tionen will die Stadt damit der Verödung der Innenstadt entgegenwirken. Denn auch Hanau hat mit leerstehenden Läden und der wachsenden Übermacht des On­linehandels zu kämpfen, seit der Corona-Pandemie mehr denn je. Dass die Pop-up-Stores sich immer mehr zum Erfolgsmodell entwickeln, lautet nun eine Bilanz aus dem Rathaus. Die Mieter zeigten sich begeistert vom Kundenzuspruch und den wachsenden Umsätzen.

          Luise Glaser-Lotz
          Korrespondentin der Rhein-Main-Zeitung für den Main-Kinzig-Kreis.

          So funktioniert das Konzept: Die Stadt Hanau bietet den meist jungen Start-up-Gründern Raum zur Präsentation ihrer Ideen und Angebote, die möglichst ungewöhnlich sein sollen. Die Räume können der Stadt gehören, die dann als Vermieterin auftritt. Oder sie mietet selbst und vermietet günstig weiter. Die Marketing Gesellschaft berät und begleitet die Interessenten von Beginn an bis zum laufenden Geschäft. Dabei kann es sich um Warenverkauf, Dienstleistungsangebote oder Gastronomie handeln. Für die Be­treiber gibt es eine Starthilfe sowie einen monatlichen Zuschuss.

          Im Zweifel gerne anderswo in Hanau

          Einige Monate lang kann das Verkaufsmodell erprobt werden, bevor die Betreiber des Pop-up-Stores wieder ausziehen und die nächsten Einzelhändler oder Gastronomen übernehmen. Lief das Geschäft erfolgreich an, sollen sich die La­denbetreiber am besten in Hanau ein neues Domizil suchen. Eine Möglichkeit ist aber auch der Weiterbetrieb über das Internet, wobei die im Laden gemachten Erfahrungen und Kontakte genutzt werden können. Für die Innenstadt bedeuten die Pop-up-Stores eine Möglichkeit, ge­gen die Langeweile aus Filialketten, Billigläden, Nagelstudios und Handyanbietern anzugehen. Die Kunden stoßen auf Neues und Interessantes. So sollen sie wie­der mehr Lust auf einen Einkaufsbummel bekommen.

          Der bisher bekannteste Pop-up-Laden ist das Kunstkaufhaus „Tacheles“. Wo einst Schuhe verkauft wurden, bekommen die Kunden heute Kunstwerke zu be­zahlbaren Preisen. Betreiber ist die Stadt über eine Kooperation zwischen der Marketing Gesellschaft und dem Fachbereich Kultur. Der Laden in bester Einkaufslage soll regionalen Künstlern eine Plattform bieten. Zehn Prozent des jeweiligen Verkaufspreises gehen an die Marketing Gesellschaft zur Unterstützung weiterer Projekte. Doch im „Tacheles“ wird nicht nur verkauft, sondern auch Kunstgenuss vermittelt und ­ – in einem kleinen Atelier, das Künstlern zeitweise zur Verfügung gestellt wird – vor Ort produziert. Die Eröffnung im Herbst zog ein großes überregionales Medieninteresse auf sich. Doch auch der „Tacheles“-Kunstladen wird nur auf Zeit an dieser Stelle bleiben.

          Produkte für Hunde

          Ein höchst ungewöhnliches Angebot machte auch der erste Pop-up-Laden Hanaus. Er wurde im vergangenen September ebenfalls in der Nürnberger Straße eröffnet. Verkauft werden Produkte für Hunde – von der kuscheligen Hundehöhle für mehrere Hundert Euro bis zum praktischen Ausgehgeschirr.

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