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Toter Polizist in Hessen : Ein Verkehrsunfall wirft viele Fragen auf

  • -Aktualisiert am

Tödlicher Verkehrsunfall eines Polizisten: Die Ermittler schließen Selbstmord nicht aus (Symbolbild). Bild: dpa

Ein Polizist aus Hessen wird verdächtigt, Teil eines rechtsextremen Netzwerks zu sein. Kurze Zeit später stirbt er bei einem Verkehrsunfall. Was ist über die Hintergründe bekannt?

          Nach dem Tod eines 36 Jahre alten Polizisten, der unter dem Verdacht stand, zu einem rechtsextremen Netzwerk hessischer Polizeibeamter zu gehören, hat die Gewerkschaft der Polizei (GdP) gestern abermals dafür plädiert, die Ermittlungen gegen Beamte „mit Augenmaß“ zu führen. Der Landesvorsitzende Andreas Grün sagte, er wolle sich zu dem konkreten Fall nicht äußern, zumal die Umstände noch völlig unklar seien. „Die Gewerkschaft bleibt aber bei ihrer Linie, dass Fehlverhalten konsequent verfolgt werden muss und bei Nachweis einer strafbaren Handlung auch der Ausschluss aus dem Dienst erforderlich ist.“ Dies müsse aber „immer mit der nötigen Sensibilität und mit Augenmaß erfolgen“.

          Unterdessen wird auch innerhalb der Polizei spekuliert, wie es zu dem tödlichen Unfall gekommen ist. Die Staatsanwaltschaft Gießen teilte gestern mit, sie bleibe bis auf weiteres bei der Annahme, dass es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um eine Selbsttötung gehandelt habe. Darauf deuteten die Gesamtumstände hin, zu denen auch die dienstlichen Schwierigkeiten gehörten, in denen sich der Beamte befunden habe. Wie berichtet, war der Beamte mit seinem Auto auf der Landstraße zwischen Alsfeld und Münch-Leusel auf gerader Strecke mit hoher Geschwindigkeit von der Fahrbahn abgekommen und gegen einen Baum geprallt. Er starb an der Unfallursache.

          Verdacht gegen Polizisten

          Laut Staatsanwaltschaft war der Fahrer angeschnallt, was aus polizeilicher Sicht gegen einen Suizid sprechen könnte. Möglicherweise, so lauten andere Vermutungen, war der Fahrer abgelenkt gewesen und ist deshalb von der Fahrbahn abgekommen. Hinweise auf ein Fremdverschulden gibt es weiterhin nicht.

          Die Ermittler warten die Ergebnisse der Obduktion und der Untersuchung des Fahrzeugs ab. Es ist nach derzeitigem Kenntnisstand auch möglich, dass das Auto ein Defekt hatte.

          Der Beamte war zuletzt vom Dienst suspendiert, weil er unter Verdacht geraten war, mit Kollegen rechtsextremistische Inhalte ausgetauscht zu haben. Er hatte im strafrechtlichen Sinne nicht den Status eines Beschuldigten, dennoch wurde ein Disziplinarverfahren gegen ihn eingeleitet.

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