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Schnupperkurs : Wie bitte geht’s zur Polizei?

  • -Aktualisiert am

Nicht ganz wie im Fernsehen: Jugendliche besichtigen die Funkzentrale der Polizei zur „Tatortnacht“. Bild: Michael Kretzer

Mit einer speziellen „Tatortnacht“ wirbt das Polizeipräsidium Südhessen in Darmstadt um Nachwuchskräfte. Die Teilnehmer staunen, was alles zur Arbeit der Beamten gehört.

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          Schon das Anziehen der Arbeitskleidung ist nicht so einfach, wie es im Fernsehkrimi immer aussieht: Die dicken blauen Gummihandschuhe lassen sich nur mit Mühe über Finger und Handrücken streifen und werfen Falten. Das Material ist nicht luftdurchlässig, nach kurzer Zeit bildet sich Schwitzwasser. Und jede noch so simple Tätigkeit wird mit Handschuhen über den Fingern zu einer zeitraubenden Geduldsprobe. Aber ohne sie, das hat Kerstin Heinbüchner zuvor klargemacht, geht es nicht: „Wir arbeiten grundsätzlich mit Handschuhen.“ Und meist tragen die Kriminaltechnische Assistentin und ihre Kollegen vom Erkennungsdienst, wie die Spurensicherung außerhalb von TV-Krimis offiziell heißt, sogar noch viel mehr: einen weißen Ganzkörperanzug aus Polyester, Überzieher für die Schuhe, eine Haube, unter der das Haar verschwindet und – wohl weil es unter all den Sachen nicht schon stickig genug ist – auch noch einen Mundschutz. „Das sind durchaus Belastungen“, sagt Heinbüchner.

          Die Umstehenden, die an diesem Nachmittag schon mit dem Anziehen der Handschuhe ihre Probleme hatten, schrecken solche Erzählungen nicht. „Ich wollte schon immer zur Polizei“, sagt Jona. „Das ist mein Traumjob.“ Drei Dutzend Freiwillige zwischen 16 und 28 Jahren denken ähnlich wie die Achtzehnjährige: Sie alle möchten unbedingt Polizisten werden. Um den Beruf ein wenig näher kennenzulernen, sind sie am Samstagabend nach Darmstadt ins Polizeipräsidium Südhessen gekommen. Bei der ersten „Tatortnacht“, mit der die Polizei um Nachwuchs werben möchte, haben sie die Gelegenheit, selbst einmal die behandschuhte Hand anzulegen.

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