https://www.faz.net/-gzg-7mril

Polizei sucht Kleinwagen : Überfall mit Äxten: Juwelenräuber weiter flüchtig

  • Aktualisiert am

Tatort: Im MTZ wurde ein Juweliergeschäft überfallen Bild: Dieter Rüchel

Auch zwei Tage nach einem Überfall auf ein Juweliergeschäft in Sulzbach sucht die Polizei noch die Räuber, die in einem dunklen Kleinwagen in Richtung Höchst geflüchtet sein sollen. Der Wert der Beute beträgt bis zu 700.000 Euro.

          2 Min.

          Nach dem spektakulären Raubüberfall auf ein Juweliergeschäft im Main-Taunus-Zentrum am Montag hat die Polizei weiter keine heiße Spur von den Tätern. Es gebe keine neuen Erkenntnisse, sagte ein Polizeisprecher in Hofheim am Mittwochmorgen.

          Die Polizei hat aber den Fluchtweg der Räuber rekonstruiert. Anhand von Zeugenaussagen sei nun bekannt, dass die drei Männer das Einkaufszentrum zu Fuß verließen und dann an der Bundesstraße 8 in einen dunklen Kleinwagen stiegen. Nach diesem Auto suchen die Ermittler nun. Das Auto fuhr nach ihren Erkenntnissen in Richtung Frankfurt-Höchst.

          Beute bis zu 700.000 Euro wert

          Am helllichten Tag waren am Montag drei mit Äxten und einer Pistole bewaffnete Männer in den Laden gestürmt, hatten die Angestellten bedroht und wertvolle Uhren und Schmuck aus den Vitrinen gestohlen. Bis Dienstagmittag blieben die Täter spurlos verschwunden: „Wir haben Hinweise und arbeiten sie ab. Bisher war keine heiße Spur dabei“, sagte Polizeisprecher Andreas Beese.

          Filialleiter Marcus Jakob schätzt den Wert der Beute auf 600.000 bis 700.000 Euro. Die Täter hatten es vor allem auf wertvolle Uhren abgesehen, sagte Jakob. Seine Mitarbeiter und er stünden noch unter Schock: „Bis wir das richtig verarbeitet haben, das dauert noch ein bisschen.“

          Schwarzmarkt beobachten

          Die Täter flüchteten zu Fuß. Als die Polizei nach dem Alarm
          eintraf, begann sie laut dem Sprecher sofort mit Fahrzeugkontrollen rund um das Zentrum, auch ein Hubschrauber war im Einsatz - jedoch ohne Erfolg. Nun bleibe der Polizei nur, die vorhandenen Hinweise auf die Täter abzuarbeiten. Das Vorgehen der Männer nannte der Sprecher dreist: In aller Ruhe hätten sie mit den Äxten und der Pistole das Einkaufszentrum bei Sulzbach durchquert und das Juweliergeschäft ausgeraubt - und das gegen 12 Uhr mittags.

          Zur Ermittlungsarbeit der Polizei gehört nun laut dem Sprecher auch, zu beobachten, ob die gestohlenen Schmuckstücke auf dem Schwarzmarkt auftauchten.

          Versicherung: Stetig mehr Fälle

          Die Mannheimer Versicherungen, die mit den meisten Juwelieren zusammenarbeiten, sprechen von einem jährlichen Gesamtschaden für die Uhren- und Schmuckbranche in zweistelliger Millionenhöhe. Die Zahl der Fälle nehme „leicht, aber stetig“ zu.

          „Vor allem in der kürzeren Vergangenheit, auch in Verbindung mit dem Goldpreishoch, stellen wir eine höhere Frequenz fest“, sagt Unternehmenssprecherin Isabelle Haupt und fügt hinzu: „Subjektiv empfinden wir die Gewaltbereitschaft als zunehmend.“

          Graue Rücksäcke

          Die gesuchten Männer werden von Zeugen laut Polizeibericht wie folgt beschrieben: Ein Räuber soll etwa 45 Jahre alt sowie 1,85 Meter groß sein, zur Tatzeit war er getarnt mit einer dunklen Perücke, einer Brille und einem vermutlich aufgeklebten Oberlippen- und Kinnbart. Er trug dunkle Kleidung.

          Einer seiner Komplizen ist etwa 30 bis 35 Jahre alt. Während des Überfalls trug er eine dunkle Schiebermütze, einen grauen Schal, eine dunkle Jacke und führte einen grauen Rucksack mit sich.

          Der dritte Räuber soll gleich alt sein. Er trug laut Zeugen eine dunkle Baseball-Kappe mit drei weißen Streifen auf dem Schild und einem Logo auf der Stirnseite und hatte ebenfalls einen grauen Rucksack dabei. Bekleidet war er demnach mit einer dunklen hüftlangen Steppjacke, Bluejeans und und dunklen Turnschuhen der Marke Adidas.

          Weitere Themen

          Inzidenz in Hessen stabil

          Corona-Update : Inzidenz in Hessen stabil

          Ein einziger Kreis in Hessen liegt derzeit über der Inzidenz von 50. Sonst befindet sich das Bundesland in einem stabilen Bereich. der von heute an erhältliche digitale Impfnachweis könnte für Chaos bei Apotheken sorgen.

          Topmeldungen

          Justizministerin Alma Zadić und Vizekanzler Werner Kogler auf dem Parteitag der österreichischen Grünen am Sonntag in Linz

          Grünen-Parteitag in Österreich : „Regieren ist nix für Lulus“

          Österreichs Grüne ziehen eine erste Bilanz der Koalition mit der ÖVP. Es gibt viele Krisen aufzuarbeiten, doch die Führung ist überzeugt: Den Unterschied zur Vorgängerregierung mit der FPÖ machen die Grünen.

          Autonomes Fahren : Tech-Konzerne auf der Überholspur?

          Noch vor einigen Jahren schien autonomes Fahren das Zukunftsthema schlechthin. Heute steht das Thema nicht mehr in der Öffentlichkeit, doch im Verborgenen liefern sich Automobil- und Tech-Konzerne ein Rennen um die Vorherrschaft auf den Straßen der Zukunft.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.