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Polizei kontrolliert : Salafisten treffen sich in Frankfurter Wäldchen

Im Nidda-Park in Frankfurt haben sich am Sonntag Salafisten zu einem Grillfest getroffen. Was genau sie dort tun, ist unklar. Die Polizei vermutet, dass zum Dschihad aufgerufen werden könnte und zeigt Präsenz.

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          Der Grillplatz am Ginnheimer Wäldchen ist gut besucht. Familien sitzen auf Picknick-Decken. Es wird Fußball gespielt, auf Leinen zwischen Bäumen balanciert. Ein gewöhnlicher Sonntagnachmittag mitten im beschaulichen Frankfurter Nidda-Park, wäre da nicht die Gruppe junger Männer, die etwas abseits unter Bäumen sitzt. Abdellatif Rouali ist dabei, der ehemalige Anführer der salafistischen Vereinigung Dawa FFM, und andere führende Islamisten aus der Region. „Allahu akbar“, rufen sie. „Gott ist groß.“ Dann vertiefen sich die 80 Männer ins Gebet.

          Katharina Iskandar
          Verantwortliche Redakteurin für das Ressort „Rhein-Main“ der Sonntagszeitung.

          Das Treffen, das sich an diesem Sonntag über Stunden im Ginnheimer Wäldchen abspielt, steht unter besonderer Beobachtung. Schon am Vormittag war die Polizei mit rund einem dutzend Wagen vorgefahren. Die Beamten postierten sich an der Brücke, die von Alt-Ginnheim aus in den Nidda-Park führt. Ebenso an allen anderen Zufahrtswegen. Jeder, der dem Anschein nach der islamistischen Szene angehört, wird kontrolliert.

          Nach „Grillfest“ zogen Jugendliche in den Kampf

          Die Polizei halte es für notwendig, die Veranstaltung zu begleiten, sagt der Einsatzleiter. „Aufgrund der Erfahrungen der Vergangenheit besteht der Verdacht, dass bei dem Treffen zur Beteiligung am Dschihad aufgerufen wird.“ Unwahrscheinlich ist das nicht, denn im vergangenen Sommer war es genauso gewesen. Auch damals war Abdellatif Rouali gekommen, der schon seit Jahren im Verdacht steht, junge Muslime zu radikalisieren und sie in Kampfgebiete zu schicken. Damals, vor einem Jahr, waren zwei Tage nachdem das als „Grillfest“ angekündigte Grillfest ebenfalls im Ginnheimer Wäldchen stattfand, sieben Jugendliche aus Frankfurt nach Syrien gereist – einige sind bei Kämpfen ums Leben gekommen, andere sind inzwischen als ausgebildete Kämpfer zurück in der Stadt. Als „tickende Zeitbomben“ gelten sie – seit dem Attentat von Brüssel erst recht.

          Worum es an diesem Sonntagnachmittag geht, wird allerdings nicht bekannt. Die Polizei kontrolliert die Männer zwar, muss sie auf dem öffentlichen Gelände aber ansonsten gewähren lassen – auch dann, als Spenden gesammelt werden sollen, angeblich für einen Gefangenenhilfsverein. Die Männer schotten sich ab, beantworten keine Fragen. Dabei bleiben sie auch dann, als sie damit konfrontiert werden, dass sie doch sonst immer bemängeln, dass nur über sie, nie aber mit ihnen gesprochen wird.

          Dennoch sickert ein Thema durch: die Situation im Irak und der Vormarsch der Islamisten. Einer der Salafisten trägt das Symbol der Terrororganisation „Isis“ auf dem T-Shirt. Ein anderer hält eine Fahne in der Hand mit demselben Schriftzug, den die Islamisten im Irak tragen. Die Polizei wagt noch keine Einschätzung, wie dieses Treffen zu werten ist. Aber sie bleibt bis zum Abend, als der letzte Islamist das Wäldchen verlässt.

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