https://www.faz.net/-gzg-acvoh

Nach der Auflösung des SEK : Polizei in Not

Machtzentrum: Im Frankfurter Polizeipräsidium sehen sich manche jetzt als Opfer. Bild: Lucas Bäuml

Vor einigen Jahren wurde das Frankfurter Polizeipräsidium noch hochgelobt. Nun steht es nach der Entdeckung rechtsextremistischer Nachrichten scharf in der Kritik. Wie es die Dauerkrise bewältigen will.

          6 Min.

          Im Juni vor vier Jahren feierte die Frankfurter Polizei ein Fest. 150 Jahre, ein Jubiläum mit Festakt, wie es noch nie einen gegeben hat. Es gab eine Feierstunde mit städtischer Prominenz. Und einen Tag der offenen Tür. Vor dem Präsidium wurde gegrillt. Und als Höhepunkt des Tages gab es eine Show – des SEK, des hochgepriesenen Spezialeinsatzkommandos.

          Katharina Iskandar
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Polizeipräsident Gerhard Bereswill hatte damals wohl seine beste Zeit, wenn man es unter dem Aspekt sieht, dass er in Ruhe seines Amtes walten konnte. Er konnte nicht ahnen, dass nur ein Jahr später die Serie der Drohbriefe beginnen würde, die mit „NSU 2.0“ gezeichnet waren in Anlehnung an die Rechtsterroristen des „Nationalsozialistischen Untergrunds“. Dass schon bald im Zuge der Ermittlungen eine rechtsextreme Chatgruppe im 1. Frankfurter Revier ausgehoben würde. Und dass das erst der Anfang sein würde von weiteren Verfehlungen einzelner Beamter in seinem Haus. Übergriffe von Polizisten. Vorwürfe des Racial Profiling. Aus dem Ruder gelaufene Demonstrationen. Verschwundene Waffen aus der Asservatenkammer. Und ein Polizist, der sich heimlich einem privaten Sicherheitsdienst angeschlossen hat, um in einer Art paramilitärischer Gruppe im Ausland Geld zu verdienen. „Missstände“, die, jeder für sich betrachtet, schon belastend genug für eine Behörde sind.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Besuch in Flutgebieten : Laschet erlebt die Wut

          Der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen besucht Orte, die hart von der Flut getroffen wurden. Da entlädt sich der Ärger von Betroffenen.
          Die Ästhetik von rechtsextremen Influencerinnen passt in die heile Instagram-Welt aus modisch gekleideten Menschen, Tierjungen und Traumstränden. (Symbolfoto)

          Rechtsextreme Influencerinnen : Das nette Nazi-Mädchen von nebenan

          Rechtsextreme Influencerinnen suchen in den sozialen Medien nach Anhängern. Mit Frisurentipps, Backrezepten und Aufnahmen vor grünen Landschaften wirken sie zunächst unverfänglich – doch der Schein trügt. Eine Recherche.
          Bloß nicht zu lange aufbewahren: Hier warten Geldscheine noch auf ihren richtigen Einsatz.

          Geldanlage : So trotzen Sie den Strafzinsen Ihrer Bank

          Negativzinsen auf Bankguthaben sind in der Mitte des Volkes angekommen. Sollten auch Sie nicht wissen, was Sie mit Ihrem schönen Geld stattdessen machen sollen, beflügeln Sie vielleicht diese Anregungen.