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Polizei in Hessen : Was sie dürfen und was eben nicht

Kritische Situation unmittelbar nach einer Festnahme Bild: Getty

Hat die Polizei ein Gewaltproblem? Diese Frage stellt sich nach einem umstrittenen Polizeieinsatz in Frankfurt. Die Beamten selbst fühlen sich als Opfer einer verrohten Gesellschaft. Aber auch die Forderung nach mehr Selbstkritik wird laut.

          5 Min.

          Als die Beamten gegen Mitternacht im Frankfurter Kneipenviertel Alt-Sachsenhausen ankamen, bot sich ihnen das übliche Bild. Die Lokale waren voll. Davor und in den Gassen verteilt standen Menschen zusammen. Tranken, lachten, einige krakeelten. In anderen Zeiten würde man sagen, es habe Partystimmung geherrscht. Doch jeder, der Alt-Sachenhausen um Mitternacht erlebt, weiß, dass „Partystimmung“ in diesem Viertel immer auch bedeutet, auf der Hut sein zu müssen. Mehrere Male ist die Stimmung schon gekippt. Im November vergangenen Jahres wurde ein Türsteher bei einem Streit mit einem Messer verletzt, nur eine Woche nach einem ähnlichen Vorfall. Im Februar 2019 wäre ein weiterer Mann nach einer Messerstecherei fast verblutet.

          Katharina Iskandar

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Am selben Wochenende, an dem ein Gewalttäter aus einer Gruppe heraus einem am Boden liegenden Mann mehrfach auf den Kopf getreten hatte. Das sind nur einige der Vorfälle aus Alt-Sachsenhausen aus dem vergangenen Jahr. Dann kam Corona. Das Viertel schlummerte. Nun haben die Kneipen wieder geöffnet. Und als sich in der Nacht zum 16. August gegen halb sechs Uhr morgens wieder Personen zusammenrotteten, lautstark, aggressiv, pöbelnd, eskalierte die Gewalt in alle Richtungen. Nur, dass diesmal auch die Polizei beteiligt war.

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