https://www.faz.net/-gzg-9aiud

Anti-Terror-Einsatz : Polizisten trainieren für den Ernstfall

  • Aktualisiert am

Bereit sein für den Ernstfall: In Hessen simulieren Polizei einen terroristischen Angriff. Bild: Wolfgang Eilmes

Landesweit absolvieren Polizisten Kurse, um im Fall eines Anschlags oder einer anderen Ausnahmesituation schneller reagieren zu können. Auch in Gießen müssen die Beamten zur Übungswaffe greifen.

          1 Min.

          Farbpatronen, Schutzwesten und laute Kommandos: In einem speziellen Ausbildungszentrum in Gießen trainiert die mittelhessische Polizei das schnelle Eingreifen bei Terroranschlägen und anderen Bedrohungslagen. „Wir müssen die Kollegen, die als erstes vor Ort sind, fit machen“, sagte Polizeivizepräsident Peter Kreuter am Freitag bei der Vorstellung des Zentrums. Fast 1000 Beamte aus Mittelhessen durchlaufen hier nach und nach dreitägige Übungseinheiten, rund ein Drittel hat den Kurs bereits absolviert.

          Hessenweit machen Polizisten solche „Notinterventionstrainings“ an verschiedenen Standorten. Das Land rief das Konzept 2016 ins Leben, als Reaktion auf Terroranschläge wie in Belgien und Frankreich. „Die Bedrohung durch den internationalen Terrorismus stellt nach wie vor die größte Gefahr dar“, erklärte Innenminister Peter Beuth (CDU). Nach Angaben seines Ministeriums wurden in Hessen bislang insgesamt fast 3200 Beamte geschult. Zum Schutz dieser „Notinterventionsteams“ seien rund 1800 Pakete mit Sicherheitsausrüstung wie Helme, Schutzwesten und Erste-Hilfe-Sets verteilt worden.

          „Wir müssen offensiv sein“

          In den Trainingszentren sollen die Polizisten realitätsnah lernen, wie sie schnell und effektiv beispielsweise Terroristen außer Gefecht setzen können. In Gießen haben die Beamten dafür einen Parcours aufgebaut. Hier spielen sie verschiedene Szenarien möglicher Einsätze durch. Holzwände formen Gänge und Räume, die immer wieder verändert werden können.

          Bei der Vorstellung des bereits im vergangenen Jahr eröffneten Zentrums müssen es zwei gegnerische Teams durch die Räume zum Ausgang schaffen. In Schutzkleidung und ausgestattet mit Waffen, die Farbpatronen abfeuern, kämpfen sie sich durch die Räume. Trainer rufen Kommandos.

          „Wir müssen offensiv sein. Durch das offensive Einschreiten werden wir möglicherweise die Lage eher unter Kontrolle kriegen“, erläuterte Thomas Prem, Sachgebietsleiter Schieß- und Einsatztraining, den Hintergrund des Konzepts. Es gehe darum, schnell gute Entscheidungen zu treffen. Ende 2019 soll die Schulung der mittelhessischen Beamten, darunter Streifenpolizisten, abgeschlossen sein.

          Weitere Themen

          Ein Kunstwerk für Start und Landung

          Seecontainer mit Mission : Ein Kunstwerk für Start und Landung

          Es ist ein Kunstwerk, das tagtäglich Zehntausende Autofahrer von der A 5 und Passagiere vom Flugzeug aus sehen werden: Leon Löwentraut hat auf dem Frankfurter Flughafen Container in Anlehnung ans Brandenburger Tor gestapelt.

          Topmeldungen

          Gute Bekannte: Joe Biden mit dem früheren amerikanischen Außenminister John Kerry, der Sonderbeauftragter für Klimaschutz werden soll

          Team aus alten Weggefährten : Das soll Bidens Kabinett werden

          Mehr Frauen, weniger schillernde Figuren – und ein deutliches Bekenntnis zum Klimaschutz: Joe Bidens künftiges Kabinett bildet einen deutlichen Kontrast zu dem seines Amtsvorgängers.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.