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Neue Corona-Verordnungen : „Verstöße werden geahndet, egal wo“

Belebt: Auf der Berger Straße sind wieder mehr Menschen unterwegs. Bild: Wolfgang Eilmes

Nach der Öffnung des Einzelhandels richtet sich die Polizei darauf ein, das weiterhin geltende Abstandsgebot auch auf der Zeil stärker zu kontrollieren. Einfach wird das nicht.

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          Auf der Zeil flanieren die Menschen an diesem Montag fast wie an einem ganz normalen Frühlingstag, fast so, als gäbe es das Coronavirus nicht. Auf den Rundbänken vor dem Kaufhof sitzen am frühen Nachmittag hier zwei Männer, dort drei Jugendliche. Viele der Menschen, die es an diesem ersten Tag, an dem die meisten Geschäfte wieder öffnen dürfen, in die Innenstadt zieht, schlendern allerdings allein über die Einkaufsstraße. So, als seien sie nur gekommen, um sich zu vergewissern, dass das Leben zumindest in diesem Teil der Stadt wieder „normal“ geworden ist.
          Zur dieser „Normalität“ gehört aber auch, dass die Polizei öfter als sonst nach dem Rechten schaut. Künftig fährt die Polizei nicht mehr nur in die Parks, in die Grünanlagen und am Mainufer entlang, um zu kontrollieren, ob sich die Menschen an das noch immer geltende Abstandsgebot halten. Die Sicherheitskräfte weiten die Kontrollfahrten auf die Einkaufsstraßen wie Zeil, Schweizer Straße und Berger Straße aus, wie ein Polizeisprecher sagt.

          Katharina Iskandar

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.


          Noch ist für die Ordnungshüter unklar, wie sich die Zahl der Verstöße nun entwickeln wird. Im Polizeipräsidium heißt es, es könne sein, dass man permanent einschreiten müsse, weil sich die Menschen insbesondere in kleineren Einkaufsstraßen vor den Geschäften drängten. Zudem habe man festgestellt, dass sich jene Gruppen, die sich auch sonst immer zum Abend hin an der Hauptwache niedergelassen hätten, weiterhin dort versammelten. Das sei nun erst recht zu erwarten. „Das ist ein dauerhaftes Thema.“

          „Klar ist, dass es derzeit keine Zusammenkünfte gibt“

          Es könne aber auch sein, dass die Zeil für die Polizei gar nicht zum Brennpunkt werde, weil sich die Menschen sehr diszipliniert verhielten. „Das bleibt abzuwarten.“ Was die Kontrollen der Geschäfte selbst anbelange, so sei ohnehin die Stadtpolizei gefragt. „Generell gilt aber, dass Verstöße geahndet werden, wenn sie auffallen. Unabhängig davon, wo sie stattfinden.“
          So war das am Freitag am Friedberger Platz. Wie berichtet, wurde er geräumt, nachdem sich dort mehr als hundert Personen versammelt hatten. Sicherheitsdezernent Markus Frank (CDU) sagte dieser Zeitung, es sei nach dieser Erfahrung klar, dass man sich für diesen Platz sowie auch für den Matthias-Beltz-Platz etwas „überlegen“ müsse. Gegebenenfalls mit einer generellen Sperrung, wenn der Markt am Friedberger Platz um 18 Uhr beendet sei. Die Frage sei nur: „Auf welche Weise soll das geschehen?“ Frank hält sowohl Absperrbänder als auch Bauzäune für denkbar, die man dort aufstellen könnte. „Wir wollen in jedem Fall die Märkte erhalten“, sagt Frank. „Aber die Bevölkerung muss mitmachen. Klar ist, dass es derzeit keine Zusammenkünfte gibt. Es geht nicht nur um die, die feiern wollen, sondern um alle.“


          Inwiefern die Stadtpolizei in den nächsten Tagen die Kontrollen in der City intensivieren will, ist unklar. Das Ordnungsamt äußerte sich am Montag nicht zu der Frage, wie die möglichen Ströme auf der Zeil im Blick behalten würden. Wie auch die Landespolizei stellt die Stadtpolizei spezielle Corona-Streifen auf, die überall dort kontrollieren, wo Verstöße gemeldet werden oder wo es ihrer Ansicht nach notwendig ist. Ob die Kontrollen der Stadtpolizei auf der Zeil so intensiv ausfallen werden wie in den Parks, ist ungewiss.

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