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Tragischer Unfall in Frankfurt : Polizei macht möglichen Filmer von S-Bahn-Unglück ausfindig

  • -Aktualisiert am

Ostendstraße: Bilder der Leiche von Alptug Sözen wurden ins Netz gestellt. Nun wurde der mutmaßliche Täter verhaftet. Bild: dpa

Zwei Wochen lang hat die Polizei die Person gesucht, die ein detailliertes Video vom Unglück an der Frankfurter S-Bahn-Station ins Internet gestellt hat. Nun ist sie einen entscheidenden Schritt weitergekommen.

          Zwei Wochen nach dem S-Bahn-Unglück an der Ostendstraße hat die Polizei möglicherweise die Person ausfindig gemacht, die die Leiche des getöteten Jugendlichen Alptug Sözen gefilmt hat. Nach Informationen dieser Zeitung haben Beamte die Wohnung eines 18 Jahre alten Mannes aus Frankfurt-Sossenheim durchsucht, nachdem sie einen Hinweis bekommen hatten, dass er im Besitz des Videos sei und als Urheber infrage komme.

          Tatsächlich habe die Auswertung seines Mobiltelefons ergeben, dass sich die entsprechende Videosequenz, die sich kurz nach dem Unglück rasend schnell im Internet verbreitete, auf dem Handy befunden habe, sagte gestern eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Frankfurt. Nach derzeitigen Erkenntnissen ist das Video offenbar nicht als „heruntergeladene Datei“ auf das Handy gelangt, sondern auf anderem Wege. Deshalb bestand der dringende Tatverdacht, dass der Achtzehnjährige der Urheber des Videos ist. Nachdem bekannt geworden war, dass im Anschluss des Unglücks am Unfallort gefilmt worden war, hatte die Polizei Ermittlungen gemäß Paragraph 201a des Strafgesetzbuches, der Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen, eingeleitet.

          Der Jugendliche selbst bestreitet, der Urheber des Videos zu sein, wie die Sprecherin der Staatsanwaltschaft weiter mitteilte. Er behaupte, er habe das Video wiederum von „jemand anderem“ erhalten. Auch will er nicht derjenige gewesen sein, der die Filmsequenz schließlich auch ins Internet gestellt hat. Die Polizei prüft derzeit, ob diese Aussagen zutreffen und wertet das Handy aus, um nachvollziehen zu können, auf welchem Wege die Daten auf das Gerät gelangt sind.

          Wie berichtet, war vor etwa zwei Wochen an der Station Ostendstraße ein 55 Jahre alter Obdachloser betrunken auf die Gleise gefallen. Der türkische Jugendliche aus Hanau, Alptug Sözen, sowie ein weiterer Obdachloser mit indischer Staatsangehörigkeit versuchten, den Kasachen von den Gleisen zu ziehen. Als in diesem Moment eine S-Bahn einfuhr, wurde Sözen von dem Zug erfasst und kam dabei ums Leben. Der Inder sowie der Kasache überlebten mit teils schweren Verletzungen.

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