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Blitzmarathon in Hessen : Nur wenige viel zu schnell

  • -Aktualisiert am

Erwischt: Auch auf der Babenhäuser Landstraße wurde kontrolliert. Bild: Michael Kretzer

Die Polizei in Hessen hat beim „Speedmarathon“ nur wenige Autofahrer erwischt. Die Mehrheit der Temposünder muss lediglich mit einem Bußgeld rechnen. Doch einige Fahrer blieben unbelehrbar.

          Obwohl seit Tagen angekündigt, hat der „Speedmarathon“ der Polizei am Mittwoch auch in Frankfurt noch einige in die Blitzerfalle tappen lassen. In Sachsenhausen, an der Kontrollstelle Babenhäuser Landstraße, wurden am Nachmittag innerhalb von zwei Stunden 14 Verkehrssünder angehalten; sie waren auf der B 3 in Richtung Darmstädter Landstraße zu schnell unterwegs. „Die Geschwindigkeit macht bei Unfällen schon sehr viel aus“, sagte Polizeihauptkommissar Michael Stieg. Ziel der Aktion sei es, die Fahrer für das Thema zu sensibilisieren.

          Am Ende des Tages wird es dann so aussehen: In ganz Hessen sind rund 12.150 Temposünder erwischt worden. Damit hielt sich aber nur ein kleiner Teil der Verkehrsteilnehmer nicht ans Tempolimit, wie das hessische Innenministerium am Donnerstag mitteilte. Insgesamt hatten bei der am Mittwoch von 6.00 bis 22.00 Uhr durchgeführten Aktion fast 310.000 Fahrzeuge die rund 260 Messstellen in Hessen passiert.

          Der Spitzenreiter des gestrigen Tages

          Die hessische Verkehrsunfallstatistik für 2018 zeigt, dass die Zahl der Unfälle durch überhöhte Geschwindigkeit zwar zurückgegangen ist, jedoch mehr Menschen dabei ums Leben gekommen sind – offenbar eine Folge der Raserei. Eine Reduzierung der Geschwindigkeit durchschnittlich um zwei Kilometer pro Stunde innerorts senke die Zahl der Verunglückten um 15 Prozent, heißt es.

          Die meisten der Autofahrer, die am Mittwochnachmittag in Sachsenhausen herausgewinkt wurden, kamen mit einem Verwarngeld bis zu 30 Euro davon. Wer das Tempolimit mit mehr als 21 Kilometern überschritt, hatte deutlich mehr zu zahlen. Zum Beispiel der Fahrer eines schwarzen Audi A3: Er war bei erlaubten 100 mit 163 Stundenkilometern der Spitzenreiter am Mittwoch.

          Als er sich auch noch einem Alkoholtest unterziehen musste, ereiferte er sich, zahlte aber schließlich 510 Euro in bar. Die Summe kassierte die Polizei „zur Sicherheit“. Der Betrag setzt sich zusammen aus einem doppelten Bußgeld von 240 Euro und einer Verwaltungsgebühr. „Verkehrserzieherisch werden wir bei ihm nicht so viel erreicht haben“, so Stieg.

          Eine andere Autofahrerin bekam ein Bußgeld von 80 Euro und einen Punkt. Ein Kilometer pro Stunde mehr, und es wäre 40 Euro teurer geworden. Die meisten Autofahrer zahlten die Buße noch an der Kontrollstelle. Die Polizisten setzten ein Messgerät ein, das die Geschwindigkeit mit Hilfe eines Lasers misst. Dieser wird fächerförmig auf die Straße gelegt und erfasst, in welcher Zeit die Fahrzeuge eine gewisse Strecke zurücklegen. Für die Autofahrer ist er nicht sichtbar.

          Insgesamt zog die Polizei in Frankfurt eine positive Bilanz. Trotz einiger Ausreißer habe es deutlich weniger Überschreitungen als üblich gegeben. Meist sei das Tempolimit nur in geringem Maße überschritten worden.

          Hessenweiter Blitzermarathon

          Von den 12.150 Erwischten seien 10.000 nur etwas zu schnell gewesen und müssten nun mit einem Bußgeld rechnen, teilte das Ministerium mit. Die restlichen 2000 hatten derart aufs Gaspedal gedrückt, dass ihnen neben Bußgeldern nun Punkte in Flensburg drohen. Von diesen müssen sich 151 Fahrer für einige Wochen wohl von ihrem Führerschein verabschieden.

          Innenminister Peter Beuth (CDU) bewertete die Aktion positiv: Mehr Verkehrsteilnehmer als in den Vorjahren hätten sich ans Tempolimit gehalten. Im vergangenen Jahr lag der Anteil der Temposünder demnach bei 4,3 Prozent, diesmal bei 3,9 Prozent. Mit dem europaweiten „Speedmarathon“ soll für die Gefahren zu schnellen Fahrens sensibilisiert werden. (dpa)

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