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Frankfurter Baupolitik : Nicht ausbremsen

Neubau: Zwischen zwei Hochhäusern wachsen Gerüste und Bauten empor. Bild: dpa

Das Frankfurter Baugeschehen entwickelt sich dynamisch. Die Politik sollte das Bauen eigentlich fördern und nicht behindern. Das Vertrauen vieler Bauherren in verlässliche politische Rahmenbedingungen ist erschüttert.

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          Über Frankfurt mögen sich in diesem Jahr einige Kräne weniger drehen als in den Jahren zuvor. Aber von der Corona-Krise ist auf den Baustellen am Main dennoch wenig zu spüren. Es ist immer wieder beeindruckend, wie viel in der Finanzmetropole gebaut wird. Hochhäuser, Wohngebiete, Bäder, Hochschulgebäude: Überall wachsen neue Projekte in den Himmel. Architekten, Ingenieure und Baufirmen haben in Frankfurt trotz der Pandemie gut zu tun. Wer in diesen Tagen zum Beispiel durch das neue Europaviertel fährt, wundert sich, wie dicht das Quartier zwischen Emser Brücke und Europagarten inzwischen bebaut ist. Es fehlen nur noch die Büroangestellten, die hoffentlich bald in Scharen aus dem Homeoffice zurückkehren werden.

          Auch in anderen Stadtteilen ist die Stadt in Bewegung. Zwischen Bo­ckenheim und Rödelheim entsteht auf einer riesigen Fläche ein neues Wohngebiet. In der Innenstadt wachsen mit dem Hochhausprojekt Four gleich vier Türme auf einmal aus der Baugrube. Und östlich der City rollen im Allerheiligenviertel und am Hafenpark die Bagger. Auch außerhalb der Stadt scheint wieder mehr gebaut zu werden: Die Landesregierung verkündet zumindest eine erfreuliche Trendwende beim sozialen Wohnungsbau.

          Eine Hiobsbotschaft für Bauherren

          Die politischen Entscheidungsträger sollten diese Entwicklung nicht ausbremsen. Der Baulandbeschluss der Stadt Frankfurt macht das Bauen allerdings komplizierter und schreckt einige Entwickler ab. Viele Bauherren haben zudem bei der Kalkulation ihrer Projekte darauf ge­baut, dass die in Aussicht gestellten Fördermittel aus Berlin und aus Wiesbaden für eine besonders um­weltfreundliche Bauweise auch fließen. Die Politik sollte das „grüne Bauen“ eigentlich fördern und nicht behindern. Dass Bund und Land nun wichtige Förderprogramme einstellen, ist für die Bauherren eine Hiobsbotschaft. Ihr Vertrauen in verlässliche politische Rahmenbedingungen ist erschüttert.

          Die Landesregierung will mit dem Baulandmobilisierungsgesetz verlorenes Vertrauen zurückgewinnen und entsprechende Verordnungen erlassen. Die Kommunen müssen diese neuen Spielräume aber auch nutzen, etwa indem sie Bauherren, die Wohnraum schaffen wollen, besonders un­terstützen.

          Rainer Schulze
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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