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Rote Karte für Plastikmüll : Kommunen wollen Biotonne grüner machen

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Für die Tonne: Immer wieder findet sich auch Plastik im Biomüll. Bild: dpa

In der Biotonne landen nicht nur Obst- und Gemüsereste, sondern auch Kunststoffe oder Metalle. Das erschwert die Verarbeitung zu Kompost. Damit die Bürger besser sortieren, helfen manche Kommunen nach.

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          Plastikfolie zwischen Bananenschalen, Glas unter Brokkoli: Fremdstoffe im Bioabfall stellen die Entsorger vor Probleme. Einige Kommunen in Hessen belassen es nicht bei Appellen an die Bürger, sondern kontrollieren, ob Biotonnen korrekt befüllt werden. Im Kreis Gießen etwa sind zwei Abfuhrwagen mit Detektoren unterwegs, die Metall im Müll erkennen können.

          „Die bisherige Planung sieht vor, dass der Störstoffdetektor zunächst in jeder Gemeinde bei jeweils sechs Abfuhren zum Einsatz kommt“, teilte der Kreis mit. Ist eine Tonne falsch befüllt, werden gelbe oder rote Karten verteilt. Bei Gelb erhalten die Bürger die Information, dass sie nicht richtig sortiert haben und wie das vermieden werden kann. Bei Rot bleibt die Tonne stehen. Dann muss entweder selbst nachsortiert oder der Bioabfall kostenpflichtig als Restmüll abgeholt werden. Bußgelder drohen nach Angaben des Kreises aber nicht.

          „Alle Fremdstoffe bereiten Probleme“

          Im Kreis Fulda werden Biotonnen ebenfalls genauer unter die Lupe genommen. Die Kontrollen seien nötig geworden, weil zuletzt mehr Fremdstoffe gefunden worden seien, berichtete eine Sprecherin. Auf falsch befüllte Tonnen werden demnach Hinweise geklebt, dass sie künftig nicht mehr abgeholt werden können, wenn sich darin anderer Abfall als Biomüll befindet. „Im Zweifel wird die Biotonne eingezogen und durch ein gebührenpflichtiges Restmüllgefäß ersetzt“, heißt es vom Kreis.

          Öffnen

          Besonders oft finden sich nach Angaben der Kommunen Kunststoffe im Biomüll, außerdem Metalle oder Glas. Was auch nicht dorthin gehört: die als kompostierbar deklarierten Plastikbeutel. Die Frankfurter Entsorgungsbetriebe FES fanden zuletzt zudem häufiger Sand.

          „Alle Fremdstoffe bereiten Probleme, Kunststoffe aber die größten“, betonte der Kreis Gießen. Sie könnten im Kompostwerk nicht vollständig aussortiert werden und blieben teilweise im fertigen Kompost. Das könne dessen Qualität mindern. Und: Ist der Anteil an Fremdstoffen im Bioabfall zu hoch, muss er teurer als Restmüll entsorgt werden. Am Ende könnte das auch höhere Abfallgebühren für die Verbraucher bedeuten.

          Insgesamt sind in hessischen Biotonnen im Jahr 2016 insgesamt 563 827 Tonnen Gemüse-, Obst- und andere Essensreste sowie Grünschnitt gelandet. Die Menge ist seinerzeit im Vergleich zum Jahr davor gestiegen, und zwar um 33 502 Tonnen oder 6,3 Prozent. Von den erfassten Bioabfällen - dazu gehören auch Garten- und Parkabfälle der Kommunen - gingen fast 95 Prozent in die stoffliche Verwertung und wurden etwa zu Kompost verarbeitet. Die restlichen knapp 5 Prozent landeten zur Energiegewinnung überwiegend in Biomassekraftwerken.

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