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Pfungstädter Brauerei : Maische statt Mieter

  • -Aktualisiert am

Standorttreu: Die Brauerei soll auf dem Gelände an der Eberstädter Straße bleiben. Bild: Hans Dieter Erlenbach

Zurück auf Anfang: Eigentlich sollte das bisherige Grundstück mit Wohnungen bebaut werden. Aber die Brauerei in Pfungstadt will nun doch auf ihrem jetzigen Gelände bleiben.

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          Nach dem holprigen Verkauf der Pfungstädter Brauerei im vergangenen Jahr, der das Unternehmen wochenlang in die Schlagzeilen brachte, gibt es nun abermals Ungereimtheiten. Damals war zunächst ein Investor aufgetaucht, dessen Leumund ziemlich angekratzt war und der wohl auch das benötigte Geld für den Kauf von keiner Bank bekommen hätte. Schließlich wurde die Brauerei an den Brauereifachmann Uwe Lauer verkauft.

          Wegen des Schutzschirmverfahrens, unter dem sich die Brauerei damals befand, konnte Lauer nur die Brauerei erwerben, das Grundstück musste separat verkauft werden. Die Stadt hatte dem neuen Besitzer ein Ausweichgelände am Rand der Stadt versprochen, wo eine völlig neue, moderne Brauerei entstehen sollte. Das bisherige Grundstück der Brauerei inmitten der Stadt sollte mit Wohnungen bebaut und damit neu genutzt werden. Die Brauerei hatte noch ein Nutzungsrecht auf dem Grundstück bis zum Jahr 2023.

          Gemischte Gefühle beim Bürgermeister

          Doch auch diese Pläne sind inzwischen wieder vom Tisch. Weil die von der Stadt angebotenen Grundstücke für die Pläne der Brauerei nicht geeignet gewesen seien, will der neue Besitzer die Brauerei nun am vorhandenen Standort modernisieren. Aus dem geplanten Wohnungsbau auf dem Gelände wird deshalb wohl nichts. Die Brauerei will das Grundstück von dem Investor wieder zurückkaufen und hat ihm schon ein entsprechendes Angebot unterbreitet. Die neuen Pläne wurden den Stadtverordneten am Mittwochabend in nichtöffentlicher Sitzung vorgestellt.

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          Bürgermeister Patrick Koch (SPD) sieht die ganze Entwicklung mit gemischten Gefühlen. Die Stadt habe der Brauerei in den vergangenen Monaten mehrere Grundstücksangebote gemacht. Zunächst habe die Brauerei mit rund 5000 Quadratmetern geplant, später habe sie 11.000 Quadratmeter gefordert. Letztlich habe sich bei den Verantwortlichen der Brauerei offenbar die Erkenntnis durchgesetzt, dass sie auf dem vorhandenen Areal ihre Pläne am wirtschaftlichsten durchsetzen konnte. Brauereigeschäftsführer Stefan Seibold teilte mit, auf dem kleineren von der Stadt bereitgestellten Areal hätten Betriebsteile ausgelagert werden müssen, was nicht wirtschaftlich sei, auf dem größeren Areal im Industriegebiet hätte die Brauerei unter einer Hochspannung gelegen und es habe wasserrechtliche Probleme gegeben, weil sich dort ein Wasserschutzgebiet befindet.

          Ein modernes Brau- und Kulturzentrum

          Wie Seibold weiter mitteilte, habe sich der neue Brauereieigentümer Uwe Lauer mit seinem Team deshalb entschlossen, auf dem vorhandenen Gelände ein modernes Brau- und Kulturzentrum mit Gastronomie zu entwickeln. Als Zeitraum bis zur vollständigen Realisierung sind die nächsten zehn Jahre angepeilt.

          In den vergangenen Monaten sei schon ein sechsstelliger Betrag in die Modernisierung der vorhandenen Brauerei investiert worden. Nun sollen nach und nach die denkmalgeschützten Bauten auf dem Gelände restauriert und darin ein Kulturzentrum mit Gastronomie errichtet werden. Auf dem Rest des Geländes soll laut Seibold „eine energieeffiziente Brauerei, die Tradition und Moderne verbindet“, entstehen.

          Dem Besitzer des Grundstücks, dem Investor Daniel Hopp mit dem Wohnungsbauunternehmen Conceptplan, wurde das Rückkaufangebot schon unterbreitet. Ob er es annimmt, ist wohl noch offen.

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