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Pflegekräfte aus Osteuropa : „Relevanter als die Spargelernte“

Mental und körperlich anstrengend: Für die Pflege bedürftiger Menschen braucht es qualifiziertes und engagiertes Personal (Symbolbild). Bild: dpa

Wegen der Reisebeschränkungen für Osteuropäer während der Corona-Krise gibt es Engpässe in der Seniorenbetreuung. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach Vollzeitpflege.

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          „Hoffentlich kann Olga wiederkommen“, sagt der Mann aus Wiesbaden, dessen hilfsbedürftiger Vater von einer Betreuungskraft aus Polen versorgt wird. Vor Ostern ist sie in die Heimat gereist. Nun wird ihre Rückkehr sehnsüchtig erwartet, denn Ersatz ist derzeit nicht leicht zu finden. Die sich häufenden Nachrichten von Corona-Infektionen in Alten- und Pflegeheimen sorgen bei Agenturen, die Betreuungs- und Pflegekräfte für private Haushalte vermitteln, für Engpässe. Schon als zu Beginn der Corona-Krise die Klage der Landwirte laut wurde, dass die Erntehelfer aus Osteuropa auf den Feldern fehlten, schloss sich eine Reihe von Vermittlungsagenturen für Pflegepersonal mit ähnlichen Sorgen an. Sie haben zunehmend Schwierigkeiten, ausreichend Personal zu finden.

          Patricia Andreae
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die Situation hat sich nicht ganz so gravierend entwickelt, wie bei den Landwirten, wie Julia Bohl aus dem Vorstand der nordhessischen Agentur Hausengel berichtet, die knapp 400 Betreuerinnen in Haushalten im Rhein-Main-Gebiet im Einsatz hat. Der Grund: „Wir haben derzeit zunehmend Bewerberinnen, die sich aus der Schwarzarbeit melden.“ Die Frauen, die fast allesamt aus Osteuropa stammten und bisher teils ohne Anmeldung und reguläre Versicherung in Privathaushalten gearbeitet hätten, suchten jetzt die Möglichkeit nach einem regulären Arbeitsverhältnis. Denn jene, die bisher auf diese Weise in Deutschland gearbeitet hätten und derzeit in der Heimat seien, bekämen keine Papiere, um wieder einreisen zu können. Etwas Entspannung in der angespannten Personalsituation gibt es aber nach Darstellung der Hausengel-Chefin auch, weil Mitarbeiterinnen, die normalerweise nach vier Wochen in die Heimat zurückkehrten, nun ihren Einsatz verlängerten. Viele wollten die von ihnen Betreuten nicht im Stich lassen, wenn die Ablösung nicht so leicht einreisen könne. Gleichzeitig scheuten sie auch die langen Busfahren nach Hause. Denn auch die Transporteure hätten zum Teil Schwierigkeiten, Genehmigungen zu erhalten, sagt Duc Doan von der Vermittlungsagentur deutsche-seniorenbetreuung.de. Einer seiner Kunden habe berichtet, seine Betreuerin habe viele Stunden an der Grenze im Stau gestanden. Sie hoffe zwar, bald zurückkehren zu können. Nun aber müsse sie erst einmal für zwei Wochen mit ihrer Familie in Quarantäne.

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