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Przewalski-Pferde : Aus Hessen in die mongolische Steppe

Zurück in die alte Heimat: Die Przewalski-Pferde, weltweit gibt es mittlerweile wieder 2.000 Exemplare, sollen ausgewildert werden. Bild: Umweltzentrum Hanau

Früher wurden Tiere in der Wildnis eingefangen, heute nehmen seltene Arten den umgekehrten Weg, aus einem Gehege in der Zivilisation in die Wildnis. So wie die Hanauer Przewalski-Pferde Pepper und Priska.

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          Früher wurden Tiere in der Wildnis eingefangen, heute nehmen seltene Arten den umgekehrten Weg, aus einem Gehege in der Zivilisation in die Wildnis. Zwei Wildpferde mit den Namen Priska und Pepper, geboren 2015 im Naturschutzgebiet Campo Pond in Hanau, sind auf dem Weg in die Freiheit, sie sollen in der Mongolei ausgewildert werden, wie die Stadt Hanau mitteilt. Zunächst wurden die beiden Stuten in den Prager Zoo gebracht, wo sie eine Übergangszeit bis zum Sommer verbringen.

          Jan Schiefenhövel

          Freier Autor in der Rhein-Main-Zeitung.

          Dort kommen die beiden Hanauer Tiere mit anderen Pferden zusammen, mit denen sie sich gemeinsam in der Mongolei eingewöhnen werden. Von Prag aus wird ein Transportflugzeug der tschechischen Luftwaffe die Pferde nach Bulgan Sum, eine Provinzstadt im Norden der Mongolei, bringen. Von dort aus werden sie auf Lastwagen in das Takhin-Tal, einen Teil des strenggeschützten Nationalparks Great Gobi, gebracht, wie Christoph Goebel erläutert. Der Leiter des Bundesforstbetriebs Schwarzenborn ist für die Haltung der Tiere verantwortlich.

          Im Tal werden die Pferde zunächst ein Jahr lang in einem weitläufigen Gehege gehalten, damit sie sich an das Klima und das Futterangebot gewöhnen können. Im Sommer nächsten Jahres sollen sie endgültig ausgewildert werden, dann stoßen sie zu 240 im Nationalpark freilebenden Pferden. Das Takhin-Tal ist die ursprüngliche Heimat der Przewalski-Pferde. Das Wort Takhi ist in der mongolischen Sprache die Bezeichnung für diese Tiere. Der Unterart des Wildpferds gehört auch die Herde der Wildpferde im Hanauer Naturschutzgebiet an, das früher einmal ein Truppenübungsplatz der amerikanischen Streitkräfte war. Dort wurde die Herde 2010 angesiedelt.

          In der Mongolei und auch sonst in freier Wildbahn waren die Przewalski-Pferde 1970 ausgestorben, Exemplare der Rasse lebten nur noch verstreut in Zoos und Gehegen. In Hanau weiden die Wildpferde auf den Magerrasenflächen des Naturschutzgebiets, die dadurch gepflegt und vor der Ausbreitung von Büschen und Bäumen geschützt werden. Seit dem Jahr 2013 ist der Standort auch für die Zucht zugelassen. Immer wieder werden einzelne Tiere mit anderen Beständen von Przewalski-Pferden, etwa in Gießen, Babenhausen und Aschaffenburg, ausgetauscht. So kam vor drei Jahren der Hanauer Hengst Fury nach Gießen.

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