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Kommentar : Halb geöffnet

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Limburger Hirten: Wie der hier in Gold gerahmte Tebartz-van Elst (rechts) im Bischofshaus wohnen wollte, dürfen Besucher sich nicht ansehen. Bild: dpa

Das Limburger Bischofshaus öffnet am 28. August und am 24. Oktober seine Türen, für alle und ohne Voranmeldung. Doch das Interessanteste bleibt verschlossen.

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          Das Bistum Limburg wird das Bischofshaus auf dem Domberg öffnen. Am 28. August und am 24. Oktober sollen Menschen ohne Voranmeldung jene Räumlichkeiten betreten dürfen, die mehrere Jahre lang die Schlagzeilen in ganz Deutschland beherrschten. Doch betreten dürfen die Besucher nur die sowieso öffentlichen Räume. Jene Örtlichkeit, um die es vor allem ging, die Privatwohnung von Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst, wird nicht zugänglich sein.

          Warum eigentlich? Die Räume haben mit dem Auszug des Bischofs ihre Privatheit und somit den Anspruch auf Intimität verloren. Dieter Bartetzko, der verstorbene Architekturkritiker dieser Zeitung, hat über das Bischofshaus geschrieben: „Was die für Amtsgeschäfte, Besucher und öffentliche Veranstaltungen bestimmten Trakte angeht, ist dieses Ensemble hervorragend gelungen; eine Synthese aus Alt und Neu, reich an fesselnden bildhaften Verweisen auf die sakrale Bestimmung. Die hypertrophe Bischofswohnung, die für Unsummen aus dem Ausland importierten Materialien, die selbstherrlichen Umplanungen dagegen kann man nicht anders als das Denkmal eines blinden Ästhetizismus und maßloser Verschwendung nennen. Dafür muss nun der gesamte Amtssitz büßen.“

          Ganz geöffnet: Medienvertreter hatten im Februar 2015 Zugang zum Badezimmer im Limburger Bischofshaus.

          Und eben dieses Corpus Delicti würden sich doch einmal viele Menschen gerne aus der Nähe ansehen, um sich ein persönliches Urteil zu bilden – heute, da sich die Wogen geglättet haben und kein frischer Zorn mehr die Optik vernebeln dürfte.

          Was in der Diskussion oft übersehen wurde, ist das Faktum, dass nicht Bischof Tebartz-van Elst die Residenz in unmittelbarer Nähe des Domes anstrebte. Er hatte das Projekt „geerbt“, nachdem eine neue Bischofsresidenz schon Mitte 2007 vom Domkapitel beschlossen worden war. Dass er es dann zu seiner Sache machte, steht auf einem anderen Blatt. Sein Vorgänger, Bischof Franz Kamphaus, hatte in einer relativ schlichten Wohnung mit Sisalteppichboden im Priesterseminar gewohnt: Das war sympathisch, aber wenig repräsentativ, auch im Vergleich mit den Residenzen anderer deutscher Bischöfe, sagen wir in Augsburg oder Fulda.

          Das Problem ist somit nicht gelöst. Sollte je ein neuer Bischof von Limburg gewählt werden, muss er irgendwo wohnen. Er wäre schlecht beraten, zöge er in Tebartz’ Räume; ihm würde sofort der Makel der Luxusliebe anhaften. Als Botschaft an seine Gläubigen bleibt ihm eigentlich nur die Wahl einer netten Dreizimmerwohnung.

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