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Nach Kontrollen : Beuth fordert Null-Promille-Grenze für Lastwagenfahrer

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Konsequenzen: Nach den Lastwagen-Kontrolle im Februar fordert Beuth nun die Null-Promille-Grenze für Fahrer Bild: Marcus Kaufhold

Das Ergebnis der Lastwagen-Kontrollen Ende Januar war teils schockierend: 190 Fahrer hatten Alkohol getrunken. Vielen wurde die Weiterfahrt untersagt. Hessen will nun die Regeln verschärfen.

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          Im Kampf gegen schwere Verkehrsunfälle macht sich Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) für eine Null-Promille-Grenze für Lastwagenfahrer stark. „Es ist nicht nachvollziehbar, dass für einen 18 Jahre alten Fahranfänger mit seinem Kleinwagen null Promille gelten, ein Sattelzugfahrer seinen 40 Tonnen schweren Lastzüge aber noch mit bis zu 0,49 Promille im Blut fahren darf“, erklärte er am Mittwoch in Wiesbaden.

          Bei Kontrollen auf hessischen Lastwagen-Parkplätzen Ende Januar hatten 190 von 1200 Fahrern unter Alkoholeinfluss gestanden, 79 durften zunächst nicht weiterfahren. In den vergangenen drei Jahren waren laut Innenministerium alkoholisierte Laster-Fahrer an mehr als 380 Unfällen beteiligt. „Wer Alkohol getrunken hat, darf mit so einem großen und schweren Fahrzeug nicht am Straßenverkehr teilnehmen“, forderte Beuth bei der Vorstellung der Verkehrsunfallbilanz.

          Mehr Verkehrstote

          Demnach war die Zahl der Verkehrsunfälle auf Hessens Straßen im vergangenen Jahr erstmals seit 2014 wieder rückläufig. Dies liegt laut Statistik vor allem daran, dass es rund 1700 weniger Wildunfälle gab als 2017. Eine mögliche Erklärung: Die Tiere fanden 2018 im Wald ausreichend Futter und überquerten nicht so oft die Straßen.

          Insgesamt krachte es 2018 knapp 14.700 Mal, das sind rund 3000 Unfälle weniger als noch ein Jahr zuvor. Allerdings stieg im gleichen Zeitraum die Zahl der Todesopfer: 239 Menschen kamen 2018 bei Verkehrsunfällen ums Leben. Damit waren 26 Todesfälle mehr zu beklagen als noch 2017. Der Langzeitvergleich zeige aber, dass die Straßen deutlich sicherer sind als noch vor zehn Jahren, teilte das Ministerium weiter mit. Im Jahr 2009 seien noch 309 Menschen auf hessischen Straßen zu Tode gekommen.

          Landespolizeipräsident Udo Münch erklärte, dass etwa jeder vierte schwere Unfall mit Toten oder Verletzten dadurch mitverursacht wird, dass ein Fahrer abgelenkt ist. Telefonieren am Steuer sei nach wie vor ein großes Problem. Der Polizei seien außerdem Fälle untergekommen, bei denen während der Fahrt eine Frau ihr Baby gestillt habe oder Lkw-Fahrer die Morgentoilette erledigten. Insgesamt gingen neun von zehn Unfällen auf menschliches Fehlverhalten zurück, sagte Münch.

          Um Laster-Fahrer besser kontrollieren zu können, setzt die Polizei in Südosthessen und Südhessen künftig die neue „Videostreife Lkw“ ein. Der unauffällige Kleintransporter ist mit vier hochauflösenden Kameras ausgestattet, die einen Blick bis hoch in die Kabinen der Lastwagen ermöglichen.

          Auch im Kampf gegen Raser rüstet die Polizei weiter auf. Seit März verfügen alle sieben Präsidien über mobile Blitzer-Anlagen. Diese Anhänger werden an Orten aufgestellt, an denen es besonders häufig kracht. Außerdem sind künftig 14 Streifenwagen mit spezieller Videotechnik auf Hessens Autobahnen unterwegs.

          Zusätzlich wird die Flotte der Polizei-Motorräder, die als Videostreife Temposünder aufspüren, von fünf auf zehn aufgestockt. Bei Verkehrsunfällen sei etwa jeder dritte Getötete Opfer von überhöhter Geschwindigkeit, warnte Beuth.

          „Bei Unfällen mit Motorrädern ist die Geschwindigkeit das Hauptthema“, sagte auch Münch. Die Zahl der Motorradunfälle kletterte 2018 auf mehr als 4430 (2017: rund 3980). 924 Motorradfahrer wurden schwer verletzt, 64 starben. Besonders Biker im Alter von 65 und älter seien mit einem großen Risiko unterwegs, sagte Münch. „Ich würde es nicht mehr tun, weil es zu gefährlich ist.“ Der Polizeipräsident ist früher selbst rund zehn Jahre lang Motorrad gefahren.

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