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: Uri Geller

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Verbiegen läßt sich Frankfurts Oberbürgermeisterin nicht. Aber sie läßt verbiegen - wenn sich schon mal die Gelegenheit ergibt, daß Uri Geller ihr zu Diensten steht.

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          Verbiegen läßt sich Frankfurts Oberbürgermeisterin nicht. Aber sie läßt verbiegen - wenn sich schon mal die Gelegenheit ergibt, daß Uri Geller ihr zu Diensten steht. Petra Roth reicht dem Mann mit den magischen Kräften einen Kaffeelöffel, und - schwups - schon verliert das robuste Essenswerkzeug aus den Besteckschubladen des Hotel Intercontinental seine Fasson. Zum Glück funktioniert diese Methode nicht zum Verbiegen politischer Gegner.

          Man hat schon viel von Uri Geller gelesen, jenem Mann, der 1974 halb Deutschland um den klaren Verstand brachte, als er im Fernsehen bei Wim Thoelke Löffel nicht nur im Studio, sondern mittels Fernwirkung auch in unzähligen Haushalten zwischen Konstanz und Kiel verformte. Bei der Gala der Frankfurter Freunde und Förderer der Krebsbekämpfung in Israel am Samstag abend im Intercontinental hat der jugendlicher denn je wirkende Löffelbieger den zweihundert Gästen gezeigt, daß er seine phänomenalen Fähigkeiten nicht verloren hat.

          Vielleicht bezieht er seine mentale Stärke direkt von Sigmund Freund, der zu seinen Vorfahren zählt, weshalb er mit vollem Namen Uri Geller-Freud heißt. Seine Mutter jedenfalls hat an diese Freudsche Kraftübertragung geglaubt, er selbst hält sich dagegen eher für einen Katalysator, der die Geisteskräfte anderer zu extremer Wirkung bringt. Zum Beispiel die von Rosl Arnsberg und anderen Damen von der Krebshilfe, denen es an diesem Abend dank Uri Gellers Nachhilfe gelang, Radieschensamen innerhalb einer Minute zum Keimen zu bringen.

          Man sah und staunte - und dachte am Ende doch nur: "Phantastisch. Aber ändern diese Kunststücke die Welt zum Besseren?" Sie tun es, wenn auch indirekt, indem sie an diesem Abend die Sache der Krebsbekämpfung befördern. Seit zwei Jahrzehnten sind Frauen wie Rosl Arnsberg oder Ruth Hofmann schon auf diesem Gebiet tätig. Sie haben die Frankfurter Organisation der so sehr auf ausländische Spenden angewiesenen israelischen Krebshilfe gegründet und sorgen mit ihrem Beitrag dafür, daß krebskranke Kinder ein möglichst normales Leben führen können.

          Mehr als 500 Kinder in Israel erkranken jährlich an Krebs. Sie erhalten eine gute medizinische Versorgung und darüber hinaus - dank der Hilfe aus Frankfurt - menschliche Unterstützung durch Freiwillige, die ihnen zum Beispiel während der Chemotherapien oder in den Phasen der Regenerierung Nachhilfeunterricht erteilen, damit sie in der Schule nicht den Anschluß verlieren. Denn sie sollen, so erklärte es Petra Kaffeesieder, die Vorsitzende der Frankfurter Organisation, nicht doppelt leiden: unter ihrer Krankheit und unter einem dadurch bedingten Sitzenbleiben in der Schule.

          Uri Geller haben die Krebshilfe-Damen gegen Honorar engagiert, Unterstützer wie den früheren Stadtkämmerer Ernst Gerhardt, den Immobilienkaufmann Josef Buchmann oder den Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde, Salomon Korn, haben sie dagegen mit ihrer Überzeugungskraft gewonnen. Engagement hilft also den kranken Kindern mehr als mentale Kraftakte von Uri Geller. (rieb.)

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