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Tilman Engel : Frankfurter Gesichter

Wäre der Zweite Weltkrieg nicht gewesen, sagt Tilman Engel, "wäre ich vermutlich ein gebürtiger Frankfurter geworden". Weil die Familie der Mutter aber ihr Haus bei einem Bombenangriff verloren hatte, verließ sie Frankfurt - und Engel kam in Freiburg zur Welt.

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          Wäre der Zweite Weltkrieg nicht gewesen, sagt Tilman Engel, „wäre ich vermutlich ein gebürtiger Frankfurter geworden“. Weil die Familie der Mutter aber ihr Haus bei einem Bombenangriff verloren hatte, verließ sie Frankfurt - und Engel kam in Freiburg zur Welt. Inzwischen ist der Manager des Football-Profiklubs Frankfurt Galaxy aber trotzdem ein Frankfurter. Kein „Eingeborener“, wie er sagt, sondern „ein emotionaler Frankfurter“.

          Seit 15 Jahren lebt der Jurist und Historiker nun in der Stadt am Main. Daß Frankfurt so wenig aus seiner Lage am Fluß mache, störe ihn am meisten an der Stadt, deren Vorzüge Engel erst im Laufe der Jahre erschloß. Als er nach Frankfurt kam, lebte Engel den Alltag eines Neueinsteigers, pendelte zwischen Arbeitsplatz, der anfangs bei der American Chamber of Commerce war, dem Fitnessstudio und der Wohnung im Westend: „Von Frankfurt selbst habe ich kaum etwas mitbekommen.“

          Lieblingsgegner Eintracht

          Das war auch in seiner Zeit als Ticketmanager für Frankfurt Galaxy so. Der damalige Geschäftsführer Oliver Luck hatte Engel bei einen Telefonat mit der amerikanischen Handelskammer zufällig kennengelernt und den amerikaerfahrenen, historisch beschlagenen Rechtswissenschaftler ins Galaxy-Boot geholt. Engel hat auch einen amerikanischen Abschluß in neuerer Geschichte, den er als Fulbright-Stipendiat an der Iowa State University erwarb.

          Seit 1998 ist Tilman Engel Geschäftsführer des American Footballklubs Frankfurt Galaxy. Noch befindet sich sein Arbeitsplatz in einem ehemaligen Fabrikgebäude in Rödelheim. Im kommenden Jahr wird Engel unmittelbar an der Wirkungsstätte seiner Mannschaft arbeiten - mit Blick aus seinem Büro in der Commerzbank-Arena aufs Grün des Frankfurter Stadions.

          Die Arena ist für Engel „Möglichkeit und Herausforderung zugleich“. Als Galaxy-Manager hat er so manchen politischen und taktischen Streit ausgefochten, und der Hauptmieter des Stadions, die Frankfurter Eintracht, ist einer seiner Lieblingsgegner - nicht nur wenn es um die Beschaffenheit des Rasens geht, den Fußballfreunde so oft durch Footballstiefel grob mißhandelt sehen.

          Sportlicher Streiter

          Engel ist ein Kämpfer für seine Frankfurter Sache, ein sportlicher Streiter, der auch als Träger des schwarzen Gürtels im Tae Kwon Do ein ernstzunehmender Gegner ist. In Frankfurt wirbelt er durch die sportlichen Gremien, trifft sich regelmäßig mit den wichtigen Vertretern der Parteien. Den Umgang mit der Politik hat er in Amerika gelernt, als er 1990 sechs Monate auf dem Capitol Hill im Stab des demokratischen Senators Tom Harkin arbeitete.

          Inzwischen sind die Stadt am Main und der Galaxy-Manager enger zusammengewachsen. Engel ist in eine Wohnung nach Bergen-Enkheim gezogen und häufiger Gast in Frankfurter Museen. In seiner Freizeit ist er zuweilen in einer kleinen Pizzeria an der Eckenheimer Landstraße anzutreffen. Italienische Kost und römische Geschichte sind Dinge, die dem Galaxy-Macher behagen. Deshalb liegt Engels Lieblingsort auch vor den Toren Frankfurts, in den Taunushügeln bei Bad Homburg: die Saalburg.

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