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Joerg Weber : Frankfurter Gesichter

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Mit seinem Rat hilft er Kultureinrichtungen in Frankfurt immer wieder als ehrenamtlicher Retter aus der Not. Derzeit ist Joerg Weber in seiner Freizeit intensiv damit beschäftigt, dem gefährdeten Atelierhaus Frankfurt eine solide finanzielle Basis zu verschaffen.

          Mit seinem Rat hilft er Kultureinrichtungen in Frankfurt immer wieder als ehrenamtlicher Retter aus der Not. Derzeit ist Joerg Weber in seiner Freizeit intensiv damit beschäftigt, dem gefährdeten Atelierhaus Frankfurt eine solide finanzielle Basis zu verschaffen.

          Für diese Aufgabe engagiert er sich seit Juli 2005 als Vorsitzender des Vereins Atelierhaus, denn es liegt ihm am Herzen, daß es auch in Frankfurt - und nicht nur in Berlin - bezahlbare Ateliers für den kreativen Nachwuchs gibt: 60 junge Künstler, Filmemacher, Designer und Architekten arbeiten seit 2004 im alten Polizeipräsidium an der Hohenstaufenstraße.

          In ähnlicher Weise wirkte Weber im Jahr 1995 daran mit, die Schließung des Instituts für Neue Medien zu verhindern und für diesen erfolgreichen Satelliten der Städelschule, der von dieser damals nicht mehr finanziert werden konnte, eine neue Existenzgrundlage zu finden.

          Geheimaktion

          Bei diesen Aktivitäten sei „networking“ wichtig, der Einsatz eines vielfältigen Netzwerks von Kontakten, äußert Weber. Und so hat er diesen Begriff auch im Firmennamen seiner Strategie- und Finanzberatung untergebracht, die er in einem attraktiven Altbau im Holzhausenviertel betreibt. Seine Kunden rekrutieren sich vor allem aus den Branchen Kommunikation, Medien und Informationstechnologie.

          Im oberhessischen Hungen kam Weber 1959 zur Welt, absolvierte in Gießen die Wirtschaftsfachschule und arbeitete neun Jahre lang in einer Bank in seinem Geburtsort. Von dort fuhr er bald einmal im Monat in die Krebsmühle nach Oberursel, um sich im Verein der Freunde und Förderer der Ökobank nützlich zu machen. Eine Geheimaktion, von der sein Chef nichts wissen durfte:

          Die Idee einer Ökobank sei zu dieser Zeit noch eher anrüchig gewesen, sagt Weber, der schließlich zum Gründerkreis dieses neuartigen Geldinstituts gehörte und von 1988 an dort im Firmenkundengeschäft tätig war. „Die Ökobank war mein Lebensinhalt“ sagt er, damals habe er auch zum ersten Mal erfahren, wie sinnvoll und hilfreich „networking“ sein könne.

          Das familiäre Netzwerk

          Gleichwohl ließ er sich nach ein paar Jahren von einem Kunden aus der Medienbranche abwerben und hatte dort nun die Aufgabe, Künstler diverser Sparten in Finanzierungsfragen zu beraten, aber auch beim Entwurf eines Plattenlabels. Nach einer weiteren Station als Unternehmensberater machte er sich 2001 selbständig.

          Seit 1988 verdiene er in Frankfurt sein Geld, sagt Weber: „Ich liebe diese Stadt und möchte ihr deshalb etwas zurückgeben.“ So hat er etwa den „Medienmittwoch“ als Initiative zur Förderung des Medienstandorts Frankfurt mitgegründet. Das rein ehrenamtliche Tun, wie beim „Atelierfrankfurt“ spiele bei ihm derzeit aber eine zu große Rolle, meint er.

          Sein größter Erfolg beim „networking“ sei im übrigen die Ehe mit seiner Frau, die aus dem sächsischen Wirtschaftsministerium kommend jetzt in der Frankfurter Wirtschaftsförderung tätig ist. Und seit 14 Monaten komplettiert Tochter Noah das familiäre Netzwerk.

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