https://www.faz.net/-gzg-rx80

Frankfurter Gesichter : Rainer Achim Bürger

  • -Aktualisiert am

Trotz seines beruflichen Erfolgs ist der Chefarzt der Urologie bürgernah und engagiert sich für seine Patienten. Dabei spielt seine Fußballbegeisterung eine ebenso große Rolle wie die private Zeit mit der Familie.

          2 Min.

          Wäre er kein Fußballfan, hätte sich die berufliche Laufbahn von Chefarzt Rainer Achim Bürger vielleicht ganz anders entwickelt. Als Oberstufenschüler selbst ein leidenschaftlicher Kicker, wurde er in eine Mannschaft von Medizinstudenten in Mainz aufgenommen.

          Mit einigen gründete er wenig später die Wohngemeinschaft „Lambrusco“ - benannt nach einem preisgünstigen Rotwein, den die jungen Leute sich für Studentenfeste leisten konnten. Bürger, der sich schon früh für Naturwissenschaften interessiert hatte, vertiefte sich in die Anatomiebücher seiner Mitbewohner, war wie infiziert und begann selbst Medizin zu studieren.

          Daß er vor gut acht Jahren Chefarzt der Urologie am Sankt-Katharinen-Krankenhaus wurde, ist freilich kein Zufall, sondern das Ergebnis von fachlicher Kompetenz, Fleiß und Beharrlichkeit. „Ich habe mich systematisch hochgearbeitet“, sagt der Sohn eines Postbeamten, dem viel daran liegt, „nicht abzuheben“. Das zeichnet ihn auch im Umgang mit seinen Patienten aus. Er ist bürgernah geblieben, nimmt sich viel Zeit für das Gespräch und erklärt selbst komplizierte medizinische Sachverhalte in laienverständlichen Worten.

          Fachliche Kompetenz in Medizin und Fußball

          Da es sich bei den weitaus meisten (90 Prozent) seiner Patienten um Männer handelt, wird am Krankenbett oft über Fußball gefachsimpelt. Bürger, der seit seinem siebzehnten Lebensjahr in Mainz lebt, hält natürlich zu Mainz 05 und hat sogar eine Dauerkarte. Wenn er auf einen Anhänger der Frankfurter Eintracht trifft, „können wir uns so herrlich kabbeln“.

          Das lenkt die Patienten für einige Minuten von ihrem Kummer ab, denn etwa die Hälfte auf der 50-Betten-Station leidet an einer bösartigen Erkrankung. Die größte Angst der Männer mit Prostatakrebs ist, sie könnten impotent und inkontinent werden. Ihnen das zu ersparen, sei neben der Heilung oberstes Ziel, sagt Bürger, dessen Spezialität die nervenerhaltende Operationstechnik ist.

          Weitere Schwerpunkte sind minimal-invasive Eingriffe bei gutartiger Prostatavergrößerung sowie mikrochirurgische bei Zeugungsunfähigkeit und der Rückgängigmachung von Sterilisationen, die aufgrund der hohen Scheidungsrate zunehme. Denn etliche Männer heiraten abermals und wollen mit der neuen Partnerin dann doch ein Kind.

          Zeit für die Familie

          Der 1955 in Hochspeyer geborene Urologe operiert nach eigenem Bekunden gerne und stets mit dem Anspruch auf Perfektion. Aber er hat auch keine Berührungsängste gegenüber alternativen Heilverfahren, wenn jemand zusätzlich nach anderen Behandlungsmöglichkeiten sucht - zumal seine Ehefrau, eine gelernte Bankkauffrau, eine Ausbildung als Heilpraktikerin macht.

          Ihr assistiert der Vater von drei Söhnen - fünf, elf und vierzehn - gerne in der Küche. Er schnippelt Gemüse in feinste Streifen, filetiert und entbeint. So engagiert der Arzt jährlich rund 2400 Patienten stationär versorgt, so gehören die Wochenenden doch ganz der Familie. Im weiteren Sinne zählen dazu auch zwei Zwergkaninchen, ein Wellensittich, ein Tibet-Terrier und 20 Aquariumfische.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.