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: Frankfurter Gesichter: Peter Schneckmann

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Selbst als er einmal mit hundert chinesischen Künstlern in Frankfurt festsaß, soll ihm die gute Laune nicht abhanden gekommen sein. Und es fand sich unter Aufbietung aller Kontakte zu anderen Kulturinstitutionen in Frankfurt auch hierfür eine Lösung.

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          Selbst als er einmal mit hundert chinesischen Künstlern in Frankfurt festsaß, soll ihm die gute Laune nicht abhanden gekommen sein. Und es fand sich unter Aufbietung aller Kontakte zu anderen Kulturinstitutionen in Frankfurt auch hierfür eine Lösung. Aber lieber baut Peter Schneckmann vor, und dafür braucht er verläßliche Partner. Kulturaustausch nennt sich, was der gebürtige Rheinländer, der in Marburg ein erziehungswissenschaftliches Studium absolvierte, seit fast drei Jahrzehnten betreibt - zuerst als Geschäftsführer der Gesellschaft für Deutsch-Chinesische Freundschaft, indem er wohlvorbereitete Reisen in die Volksrepublik China organisierte, später als Kulturvermittler im Austausch mit der Partnerstadt Kanton und heute als künstlerischer Leiter des Unternehmens "Brotfabrik".

          Die hat sich nach ihrem wirtschaftlichen Zusammenbruch vor zehn Jahren inzwischen zum internationalen Treffpunkt gemausert, in dem es nicht nur regelmäßig Konzerte mit Musikkoryphäen aus der ganzen Welt gibt, sondern ebenso jede Woche offene Abende, bei denen jeder, der dazu Lust hat, zu lateinamerikanischen Rhythmen tanzen kann. Von hier aus, wie Schneckmann nicht ohne Stolz bemerkt, hat die inzwischen in der gesamten Bundesrepublik verbreitete Salsa-Bewegung sogar einmal ihren Ausgang genommen. Und das Seltsame ist, daß, obwohl man sich sicher technisch perfektere Orte als den aus der Gründerzeit stammenden Bau vorstellen kann, sich hier die unterschiedlichsten Menschen wohl fühlen.

          Und ebenso kommen die Musikensembles aus Afrika, Asien und Europa immer wieder gern hierher. Das hat nicht zuletzt mit der herzlichen Art zu tun, mit der sie hier empfangen und betreut werden. Sogar ein eigens für jede Gruppe arrangiertes Abendessen nach der Vorstellung gehört dazu. Das hat zu vielen Freundschaften geführt, garantiert aber auch ein durchgängig hohes Niveau, das nicht zuletzt auf der Freude am Experiment beruht. Doch Schneckmann geht es dabei um mehr als das reine Musikerlebnis. Er möchte, daß das zu solchen Ereignissen jeweils zahlreich erscheinende Publikum auch etwas über die kulturpolitischen Hintergründe der einzelnen Herkunftsländer erfährt. Daher liebt er es, in kurzen Einführungsreden auf die Besonderheiten der einzelnen Interpreten hinzuweisen, etwas über ihren Werdegang zu erzählen.

          Besonders freut er sich darauf, im Herbst endlich auch einen chinesischen Bluesmusiker in Frankfurt begrüßen zu können. Den kann er dann sogar in dessen Landessprache willkommen heißen. Denn so oft wie Schneckmann selbst das fernöstliche Land bereist hat - etwa sechzigmal -, wurde er selbst immer wieder auf diese liebenswürdige Art begrüßt.

          Ansonsten ist Schneckmann zusammen mit anderen bemüht, die Szene weiter auszubauen und zu vernetzen und vielleicht neben dem deutschen Preis für Weltmusik, dessen Juryvorsitz er innehat, auch so etwas wie einen hessischen Musikpreis zu installieren. Wie verwachsen der 56 Jahre alte ehemalige Pädagoge, der zu Beginn seiner Frankfurt-Zeit einmal das Kinderhaus in der Nordweststadt leitete und bis 1996 die freien Theater des Landes Hessen vertrat, inzwischen mit der Musikszene ist, zeigt auch sein Vergnügen daran, unter Anleitung eines in Frankfurt lebenden senegalesischen Musikers selbst die afrikanische Baßtrommel zu spielen.

          HEINKE KILIAN

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