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: Frankfurter Gesichter: Peter Bodde

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So schnell kann es gehen: Kaum hat Peter Bodde endlich die Vorhänge für sein neues Büro bekommen, muß er schon wieder ausziehen. Eigentlich sollte der amerikanische Generalkonsul noch bis zum Sommer bleiben, doch jetzt verläßt er Frankfurt bereits Anfang Februar.

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          So schnell kann es gehen: Kaum hat Peter Bodde endlich die Vorhänge für sein neues Büro bekommen, muß er schon wieder ausziehen. Eigentlich sollte der amerikanische Generalkonsul noch bis zum Sommer bleiben, doch jetzt verläßt er Frankfurt bereits Anfang Februar. "Darauf muß man als Diplomat gefaßt sein", sagt er und lächelt, "man weiß nie genau, was als nächstes kommt." Aber egal, was als stellvertretender Botschafter in Pakistan auf ihn zukommt und wie sein neues Büro in Islamabad aussehen mag, in guter Erinnerung wird er sein Domizil im neuen Frankfurter Generalkonsulat in Eckenheim auf jeden Fall behalten. Und das nicht nur, weil es großzügig und lichtdurchflutet ist und er den Umzug der gesamten Vertretung vom Westend ins ehemalige General Hospital in Eckenheim mit Bravour organisiert hat.

          Nein, Frankfurt ist für den schwergewichtigen Einundfünfzigjährigen ohnehin etwas Besonderes. Die Stadt ist gewissermaßen Teil seiner Familiengeschichte. Schon sein Vater William Bodde war hier Generalkonsul der Vereinigten Staaten. Von 1983 bis 1986 residierte er mit Frau Ingrid in jener Gründerzeitvilla, in die im September 2002 Sohn Peter einzog. Der hatte damals schon die ersten Stufen auf der Karriereleiter erklommen und kam von Zeit zu Zeit zu Besuch aus Hamburg, wo er als Vizekonsul amtierte. Daß er knapp 20 Jahre später ausgerechnet auf dem Frankfurter Posten landen würde, sei für ihn wie die Erfüllung eines Traums gewesen, sagt er heute: "Ich hatte Frankfurt immer im Hinterkopf."

          Seine Tätigkeit am Main wird Bodde, der als Berufsdiplomat seit 1981 zahlreiche Posten in Bulgarien, Dänemark, Indien und Nepal bekleidet hatte, in bester Erinnerung behalten. Und das nicht nur, weil ihm Deutschland wegen seiner aus Worms stammenden Mutter besonders am Herzen liegt, oder weil der außerordentlich komplexe Umzug des Generalkonsulats seine bisher größte berufliche Herausforderung war, oder weil er sich an ruhigen Sonntagabenden so gut beim "Tatort" entspannen konnte. Ihm gefällt ganz einfach die Stadt, ihr kulturelles Angebot, ihre Internationalität. "Leider wird Frankfurt oft unterschätzt", meint er. Die Stadt biete viel mehr, als es aus der Ferne manchmal scheine.

          Ebenso wie die Mainmetropole bildet übrigens auch der diplomatische Dienst eine generationenübergreifende Konstante in der Familie. "Wir haben Wanderlust im Blut", glaubt Bodde, dessen jüngerer Bruder ebenfalls dem väterlichen Beispiel folgte und Diplomat wurde. Seine Frau Tanya dient ebenfalls dem Vaterland und wird das auch in Pakistan tun. Und dann sind da ja noch die beiden inzwischen fast erwachsenen Kinder Christopher und Sara: Auch sie hätten ihre diplomatischen Ambitionen schon durchblicken lassen, sagt Bodde, der es ein großes Privileg nennt, die Vereinigten Staaten repräsentieren zu dürfen. Wer weiß, vielleicht kommt eines Tages abermals noch ein Bodde als Generalkonsul nach Frankfurt. PETER BADENHOP

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