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: Frankfurter Gesichter: Monika Staab

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Fußball spielen, das wollte Monika Staab schon immer. Vielleicht, weil die dritte Tochter eines Dietzenbacher Bäckermeisters eigentlich ein Junge hätte werden sollen. "Aber ich wurde irgendwie als Junge groß." Der Vater schenkte ihr "statt einer Puppe einen Ball".

          Fußball spielen, das wollte Monika Staab schon immer. Vielleicht, weil die dritte Tochter eines Dietzenbacher Bäckermeisters eigentlich ein Junge hätte werden sollen. "Aber ich wurde irgendwie als Junge groß." Der Vater schenkte ihr "statt einer Puppe einen Ball". Und der rollte bald. Als Elfjährige spielte sie bei den Frauen der SG Rosenhöhe mit, wo sie den Gegnerinnen durch die Beine lief. Heute - 33 Jahre später - schaut sie zu, wie ihre Spielerinnen, die Frauen vom 1. FFC Frankfurt, ihre Gegnerinnen umspielen. Monika Staab hat es zur erfolgreichsten Fußballtrainerin Deutschlands gebracht.

          Anfang der neunziger Jahre. Es war einer jener Zufälle, die ein Leben verändern. Monika Staab, damals Bundesligaspielerin bei der SG Praunheim, traf auf einem Tennisplatz der TSG Nordwest einen Physiotherapeuten und Sportmanager namens Siegfried Dietrich. Die beiden kamen ins Gespräch. Frauenfußball? Warum nicht! Zwei Jahre später war Dietrich Manager des Klubs. Und das war der Beginn einer bemerkenswerten Erfolgsgeschichte. Die Frauenabteilung trennte sich 1999 von der SG Praunheim, zog ans Brentanobad um und gründete den 1. Frauen-Fußball-Klub Frankfurt (FFC). Die Partnerschaft, die auf einem Tennisplatz begann, erwies sich als Glücksfall. Vor einer Woche gewann Monika Staab, die nicht nur Trainerin, sondern auch Vereinsvorsitzende ist, mit ihrer Mannschaft zum fünften Mal in Folge den DFB-Pokal. Dreimal waren die Frankfurterinnen schon deutscher Meister (ein weiterer Titel kann in zwei Wochen folgen) und einmal UEFA-Cup-Sieger. Der FFC ist der erfolgreichste Verein Deutschlands.

          SG Rosenhöhe, Kickers Offenbach und Oberst Schiel Frankfurt: Das waren Monika Staabs erste Stationen als Fußballspielerin, ehe sie 1978 das Fernweh packte. London, Paris, Israel, Southampton, Amerika und Kanada: Nach der Prüfung zur Hotelfach-Kauffrau entschied sie sich für ein "Vagabunden-Leben". Sie jobbte in Hotels und Gaststätten, pflückte in einem Kibbuz Zitronen und spielte überall, wo es eben ging, Fußball. 1984 war sie wieder daheim und landete als Spielerin bei der SG Praunheim. Zehn Jahre später war sie deren Trainerin - sogar eine mit Diplom. Als vierte Frau absolvierte sie - unter lauter Männern - den Fußballehrer-Lehrgang an der Sporthochschule in Köln.

          Als "ehrgeizig, geradlinig und erfolgsorientiert" beschreibt der Manager die Trainerin: "Sie lebt das Ganze von A bis Z. Sie engagiert sich mit Sicherheit mehr als mancher Trainer in der Männer-Bundesliga." Und kann davon dennoch nicht leben. Die Bäckerei, die sie zwischenzeitlich übernommen hatte, diente dem Broterwerb. Monika Staab richtete zudem ein Cafe und eine Pension ein. Das war die Zeit, in der ihre Arbeitstage morgens um fünf in der Bäckerei begannen und 18 Stunden später auf dem Trainingsplatz endeten. "Damals ging in meinem Leben die Post ab." Geblieben ist nur die Pension. Der Fußball erfordert längst die ganze Frau. Aber wie lange noch? "Leben heißt Lernen" lautet ein Motto der Trainerin, die sich irgendwann eine neue Herausforderung suchen wird: "Ich brauche andere Abenteuer." Aber - keine Angst - so rasch wird sie dem FFC nicht den Rücken kehren. Es gibt noch viel zu tun. "Das ist unser Baby, das wir haben groß werden lassen", sagt Monika Staab: "Und wir können noch viel tun für den Frauenfußball in Deutschland." Und in Frankfurt. VOLKER STUMPE

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